Parkettböden verleihen einem Raum je nach Farbgebung eine warme und helle Ausstrahlung, die den Raum größer und edler wirken lässt. Starke Hölzer machen den Parkettboden stabil und langlebig und bieten außerdem den Vorteil, dass er - anders als PVC oder Laminat - recycelbar ist.

Recycelbar bedeutet in diesem Falle, dass der Parkettboden auch bei starker Beanspruchung nicht sofort ausgetauscht werden muss, sondern aufgearbeitet werden kann. Eine Aufarbeitung sollte bei gewöhnlicher Beanspruchung - etwa innerhalb eines Wohnhauses oder einer Wohnung - alle 10 bis15 Jahre durchgeführt werden. Bei starker Beanspruchung, d.h. wenn sich der Parkettboden im Büro oder in industriell genutzten Räumlichkeiten befindet, sollte der Parkett früher renoviert werden. Abschleifen und neu versiegeln macht den Parkettboden nachhaltiger und verleiht ihm einen sehr langen Lebenszyklus.

Auf dieser Seite erhalten Sie wichtige Informationen darüber, wie die Oberfläche von Parkett nach dem Abschleifen behandelt werden kann:

  • Wie wird der Boden auf die Oberflächenbehandlung vorbereitet?
  • Welche Behandlung ist die richtige für das jeweilige Parkett?
  • Wie wird Parkett richtig gereinigt und gepflegt?

Parkett vorbereiten

Unabhängig davon, wie das Parkett später geschützt werden soll, die Vorbereitungsmaßnahmen sind zu Beginn fast immer identisch. Für die Neuversiegelung des Parkettbodens empfiehlt es sich, zuerst sämtliche im Zimmer befindlichen Möbel herauszuholen und alle Fußleisten zu entfernen, um ohne Hindernisse, gleichmäßig und sauber arbeiten zu können.

Folgende Utensilien und Materialien werden benötigt:

  • Atemmaske und ggf. Schutzbrille
  • Überschuhe
  • Schleifpapier (grob, mittel, fein)
  • Schleifmaschinen (Teller- und Walzenschleifer)
  • kleiner und großer Pinsel
  • Staubsauger
  • Fusselfreie Wischlappen
  • Spachtel oder Gummiabstreifer

Je nach Behandlungsmethode benötigen Sie außerdem:

  • Streichrolle
  • Verlängerungsstange
  • ggf. Fugen-Kittmasse zum Ausbessern von Rillen
  • Holzöl
  • Wachs
  • Wachsmaschine
  • Grundierung
  • Parkettlack

Erster Schritt: Parkett abschleifen

Egal ob das Parkett später geölt, lackiert oder gewachst werden soll, zum Ausgleich von Kratzern und Unebenheiten im Parkett sollte dieses zuerst sauber, das heißt bis auf das blanke Holz, mit einem Walzenschleifer (Fläche) bzw. Tellerschleifer (Ränder) möglichst übergangslos abgeschliffen werden. Von vorigen Versiegelungen, Schmutz und Unebenheiten darf nichts mehr übrig bleiben. Beim Abschliff wird diagonal zur Holzmaserung und aufeinanderfolgend mit drei verschiedenen Körnungen gearbeitet. Die Körnung unterscheidet sich hierbei je nach Holz und vorheriger Schutzschicht. Bitte informieren Sie sich vorher eingehend, welches Schleifpapier das richtige für Ihren Boden ist.

Das Abschleifen mit der entsprechenden Körnung erfolgt immer für die gesamte Raumfläche, das heißt nach dem Schleifen der Innenfläche erfolgt das Abschleifen mit gleicher Körnung für die Ränder.
Wo gehobelt wird, da fallen erfahrungsgemäß auch Späne. Beim Schleifen ist das nicht anders und der entstehende Feinstaub erfordert zwingend Schutzmaßnahmen für die eigene Gesundheit. Für den Schutz der Augen und Atemwege ist das Tragen einer Atemschutzmaske und einer Schutzbrille daher notwendig.

Für die grobe Abtragung von Schmutz, Kratzern und bisheriger Schutzschicht wird zuerst mit einer groben Körnung (z. B. Körnung 40) gearbeitet. Da diese relativ schnell relativ viel Material abschleift, sollte keinesfalls länger auf ein und derselben Stelle gearbeitet werden, andernfalls drohen Vertiefungen im Parkett. Eine konstante und mäßige Geschwindigkeit ist daher sehr wichtig. Anschließend folgt für höhere Gleichmäßigkeit ein weiterer Abschliff mit einer feineren Körnung (z. B. Körnung 60).

Nach diesem Durchgang können auch bisher ungesehene Fugen und Rillen sichtbar werden. Diese können mit einer speziellen Parkett-Fugenkittlösung ausgeglichen werden. Damit die Lösung sich farblich nicht vom Holz abhebt, wird diese mit dem Schleifstaub des vorigen Durchgangs (z. B. Körnung 60) angerührt und mit einem flachen, rostfreien Edelstahlspachtel gleichmäßig auf der gesamten Bodenfläche verteilt. Nach 30 bis 45 Minuten Trocknungszeit erfolgt dann der Feinschliff mit einer feinen Körnung (z. B. Körnung 100).

Zweiter Schritt: Reinigung

Bevor das Parkett nach dem Abschleifen wieder versiegelt werden kann, muss zunächst erst einmal der beim Schleifen angefallene Feinstaub entfernt werden. Dabei gilt es zu beachten, dass Fensterbänke und Heizkörper mit- und am besten noch vor dem Boden gereinigt werden müssen, da von diesen sonst eventuell Staub aufgewirbelt werden kann, der beim späteren Auftragen der Schutzschicht das Ergebnis und die Optik negativ beeinflusst.

Am besten erfolgt die Reinigung in zwei Schritten: Zuerst mit einem Staubsauger oder Besen und anschließend mit einem dezent angefeuchteten Tuch. Achten Sie beim Staubsaugen darauf, dass der Staubsauger keine neuen Kratzer auf dem blanken Parkett hinterlässt. Sofern möglich, ist das Tragen des Staubsaugers eine gute Möglichkeit zur Vorbeugung. Bei der Reinigung mit einem Tuch sollte darauf geachtet werden, dass das Tuch nicht zu feucht ist. Da das Parkett nun keine Schutzschicht mehr hat, darf es keinesfalls zu nass werden, damit das Holz nicht aufquillt.

Welche Parkettversiegelung ist die richtige?

Parkettböden verleihen einem Raum einen ganz besonderen Stil. Sie zählen zu den robustesten und langlebigsten Böden. Weiterhin können sie atmungsaktiv sein und sorgen somit für eine zusätzliche Regulierung des Raumklimas. Letztlich sorgt jedoch erst die richtige Versiegelung des Holzes für seine Widerstandsfähigkeit. Aber welche ist die richtige Versiegelung? Und welche Möglichkeiten gibt es überhaupt, um die Oberfläche des Parketts zu behandeln?

Möglichkeiten, wie der Parkettboden versiegelt und geschützt werden soll, gibt es viele. Da der Einsatz einer ungeeigneten Versiegelungsmethode das Parkett aber stumpf und unansehnlich macht, sollten Sie sich von einem Fachmann beraten lassen.

Im Allgemeinen haben Sie zum Versiegeln Ihres Parkettbodens die Wahl zwischen Ölen, Lacken und Wachs. Wurde Ihr Parkett bereits vor dem Abschliff mit Öl oder Wachs versiegelt, wird von einer anschließenden Versiegelung mit Lack abgeraten. Das Holz behält durch das Ölen bzw. Wachsen einen gewissen Fettanteil ein, der die Haltbarkeit des Lacks stark beeinträchtigen würde. Die Wahl der Methode hängt aber natürlich auch vom persönlichen Geschmack ab.

Sehen wir uns nun aber erst einmal die Möglichkeiten des Ölens, Wachsens und Lackierens sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile der Methoden näher an.

Vor- und Nachteile von Öl

Wer einen natürlichen seidenmatten und lebendigen Look bevorzugt, sollte lieber zu Öl greifen. Bei den Ölen hat man die Wahl zwischen Hartöl und Hartwachsöl. Das Ölen mit Hartöl hat, anders als der Name vermuten lässt, keine geschlossene Schutzschicht zum Ergebnis, sondern bewirkt lediglich eine Art Imprägnierung des Holzes.

Das Holz des Parkettbodens saugt das Öl wie ein Schwamm auf, so dass Wasser und Co vorerst keinen Platz mehr in den noch offenen Poren des Holzes haben. Das Eindringen wird dadurch verzögert. Es pflegt das Holz also von innen heraus. Gegen Kratzer ist es dadurch aber noch nicht geschützt. Dies kann dann aber noch durch das zusätzliche Auftragen eines speziellen Wachses und eine anschließende Politur des Parketts erfolgen.

Hartwachsöl hingegen bildet - vergleichbar mit Lack - direkt eine dünne Schutzschicht auf der Holzoberfläche und macht diese somit Widerstandsfähiger. Die Poren werden dadurch stärker geschlossen. Aufgrund des hohen Gehalts an Lösungsmitteln steht den Hartwachsölen in Ländern der EU in naher Zukunft eine Anpassung der Inhaltsstoffe bevor. Produkte mit der entsprechenden Zusammensetzung sind aber bereits im Handel erhältlich.

Vorteile von Öl

Bei der Verwendung von Öl bleibt die Atmungsfähigkeit des Holzes beinahe komplett erhalten und der Parkettboden kann weiterhin die Luftfeuchtigkeit und das Raumklima regulieren. Das Aussehen des Holzes wirkt mit Öl deutlich natürlicher und lebendiger. Liebhaber des geölten Parketts geben auch an, dass der Boden ein schöneres Barfuß-Gefühl bietet: Er fühlt sich wärmer an und schafft eine nähere Verbindung zur Natur.

Ein weiterer Vorteil: Kleine Schäden oder Kratzer im Parkett können bei Bedarf jederzeit stellenweise abgeschliffen und nachgeölt und somit sofort ausgebessert werden, ohne dass eine komplette Renovierung vorgenommen werden muss.

Nachteile von Öl

Das Öl pflegt das Holz, bildet aber keine wirksame Schutzschicht. Das Holz bleibt somit empfindlicher gegenüber Schmutz und Nässe und bedarf auch deutlich mehr Pflege. Die saugenden Eigenschaften des Holzes verursachen außerdem einen höheren Materialaufwand.

Für die Feuchtreinigung des Bodens sollte eine sogenannte Holzbodenseife verwendet werden, die dem Boden zusätzliche Pflegestoffe zuführt, um die Sättigung aufrecht zu erhalten. Eine Pfützenbildung beim Wischen muss unbedingt vermieden werden, andernfalls könnte das Holz aufquellen und dauerhaft Schaden nehmen.

Nutzungsspuren werden ebenfalls schneller deutlich und das Parkett wird schneller stumpf, wenn man es nicht regelmäßig ölt oder mit Holzbodenseife pflegt. Die Pflege eines geölten Parketts gestaltet sich daher etwas arbeitsintensiver und zeitaufwendiger.

Vor- und Nachteile von Lack

Bei den Lacken gibt es große Qualitätsunterschiede zu beachten. Man unterscheidet zwischen Ein-, Zwei- und Drei-Komponenten-Parkettversieglungen. Die Anzahl der Komponenten und deren jeweilige Eigenschaften entscheiden über das Endergebnis und die Haltbarkeit der Versiegelung. Die Zusatzkomponenten werden hierbei immer erst bei der Verarbeitung beigemischt.

Die 1-Komponenten-Parkettversiegelung ist ein gewöhnlicher Parkettlack auf Wasserbasis. Diese ist im Ergebnis eher spröde und kann bereits nach wenigen Jahren abblättern oder einreißen, insbesondere an Stellen mit starkem Lichteinfall oder häufigem Wasserkontakt.

Die 2-Komponenten-Parkettversiegelung enthält zusätzlich eine Komponente für die Härte. Durch die zweite Komponente wird die Schutzschicht abriebfester und resistenter gegen Kratzer. Qualitativ ist diese also schon etwas hochwertiger und langlebiger. Die schnellere Härtung dank Härtungskomponente macht sie dann besonders geeignet, wenn es etwas schneller gehen muss.

Die 2-Komponenten-Parkettversiegelung kann neben der Härtungskomponente auch um eine UV-Schutz-Komponente ergänzt werden, die das Vergilben und Nachdunkeln des Holzes verhindert, indem sie die UVA-Einstrahlung auf das Holz blockiert. Diese Variante wird bei helleren Holzarten empfohlen.

Vorteile von Lack

Wer einen glänzenden Boden bevorzugt, sollte sein Parkett mit hochwertigem Lack versiegeln. Durch die Tatsache, dass der Lack zur Versiegelung Ihres Parkettbodens in mehreren (meist drei) Schichten aufgetragen wird, erzeugt die Versiegelung neben einem edlen Glanz auch ein hohes Maß an Schutz für Ihren Parkettboden.

Die Lackschichten verhindern, dass Schmutz und Feuchtigkeit eindringen, machen das Parkett weniger anfällig für Kratzer und gestalten auch die Pflege Ihres Parkettbodens zudem sehr unkompliziert; er kann jederzeit problemlos mit dem Staubsauger oder einem feuchten Wischer gereinigt werden. Ein weiterer Vorteil liegt in der langen Haltbarkeit der Lackschicht. Diese kann Ihr Parkett bis zu 15 Jahre lang schützen, bevor sie erneuert werden muss.

Nachteile von Lack

Eine geschlossene Lackschicht als Versiegelung Ihres Parkettfußbodens sieht nicht mehr so natürlich aus und nimmt dem Holz die Möglichkeit zum Atmen. Eine Regulierung des Raumklimas ist somit nicht mehr möglich. Im Gegenzug zur Behandlung des Parketts mit Öl oder Wachs ist es bei der Lackschicht leider auch nicht möglich, kleine Fehler bei Bedarf auszubessern, ohne den gesamten Boden renovieren zu müssen.

Vor- und Nachteile von Wachs

Wachs ist - ebenso wie Öl - ein Naturprodukt, das allerdings mit einigen Zusätzen angereichert wird, um eine schützende Eigenschaft für Holzoberflächen zu gewährleisten. Anders als Öl dringt es aber nicht in das Holz ein, sondern bleibt an der Oberfläche, wo es in mehreren Schichten aufgetragen wird. Parkettwachs gibt es als farbigen ebenso wie farblosen Dekorwachs. Farbiges Dekorwachs enthält Farbpigmente, die nicht ins Holz eindringen, sondern mit dem Wachs an der Oberfläche des Holzes verbleiben.

Man unterscheidet außerdem zwischen Kalt- und Warmwachs. Kaltwachs kann mit einem Schwamm in das Holz eingerieben werden. Für die Behandlung mit Warmwachs bedarf es einer Wachsmaschine. Um dem Holz dennoch gut pflegen zu können, wird Wachs häufig in Verbindung mit vorherigem Ölen des Parketts eingesetzt.

Vorteile von Wachs

Das Wachs auf der Oberfläche wirkt rutschhemmend, wasser- und schmutzabweisend und macht das Parkett widerstandsfähig gegen Kratzer. Punktuelle Nachbesserungen sind jederzeit problemlos möglich. Durch seine schützenden Eigenschaften kommt das Wachsen des Parketts einer Versiegelung mit Lack schon relativ nahe, lässt das Holz aber immer noch natürlich wirken.

Gewachstes Parkett verliert durch das Wachsen je nach Methode zwar teilweise aber nicht zwangsläufig vollständig seine Atmungsfähigkeit und kann somit in manchen Fällen noch das Raumklima regulieren. Die Reinigung und Pflege des Wachsbodens gestaltet sich relativ einfach mit Besen, Staubsauger und feuchtem Wischen.

Nachteile von Wachs

Die Trocknungszeit von 7-10 Tagen erfordert einige Geduld. Es gibt jedoch auch Ausnahmen: Manche 2-Komponenten-Systeme benötigen nur 3 Tage zum Trocknen. Ein Glanz wie bei Lack wird beim Wachsen jedoch nicht erzeugt. Auch ist die Wachsvariante etwas Anfälliger für Kratzer und pflegeaufwändiger als die Lackversiegelung, jedoch pflegeleichter als nur geöltes Parkett.

Auch hier gilt es jedoch, Nässe zu vermeiden, da das Holz aufquellen kann. Die Schutzschicht aus Wachs muss regelmäßig gepflegt und aufgefrischt werden, was sich bei der Reinigung des Bodens zum Beispiel durch die Verwendung entsprechender Pflegemittel im Wischwasser bewerkstelligen lässt. So wird der Boden nicht nur gereinigt, sondern auch geschützt.

Es hält sich das Gerücht, dass man nachträglich nicht mehr zur Lackversiegelung übergehen könne, wenn man sich einmal für die Ölung/Wachsung des Bodens entschieden habe. Das Holz könne dann - vom Öl fettig und mit Nährstoffen gesättigt - keine haltbare Grundlage mehr für den Lack bieten. Tatsächlich verhält es sich jedoch etwas anders, denn es gibt verschiedene Parketthölzer, z. B. Tropenhölzer, die von Natur aus Öl enthalten. Mit einer absperrenden Grundierung können auch ölige Parkettböden lackiert werden.

Parkett versiegeln

Erst mit der richtigen Oberflächenbehandlung wird das Parkett ein widerstandsfähiger Bodenbelag. Nachfolgend lesen Sie, was Sie bei der Behandlung von Parkett mit Lack, Öl und Wachs beachten sollten.

Parkett mit Lack versiegeln

Da bei der Parkettversiegelung mit Lack Chemikalien ausdünsten, sollte bei der Verarbeitung und der Trocknung des Bodens auf eine ausreichende Lüftung geachtet werden. Achten Sie beim Trocknen der Versiegelung auch darauf, dass der Boden keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt wird, da sich sonst Blasen bilden können.
Die Versiegelung mit Lack erfolgt mit Grundierung als Grundlage in mehreren Schichten und Schritten:

Erster Schritt: Grundierung auftragen

Erst wenn der Boden nach dem Abschleifen gereinigt und vollständig trocken und der Raum staubfrei ist, kann mit einer Grundierung der Aufbau der neuen Schutzschicht begonnen werden. Achtung: Die bereits grundierte Fläche darf nicht mehr betreten werden! Man beginnt daher idealerweise in der hintersten Ecke des Raumes und arbeitet sich vom Lichteinfall weg zur Tür vor. Das Verteilen der Grundierung gestaltet sich mit einer Rolle am einfachsten. Hierbei muss zügig und gleichmäßig gearbeitet werden, um sichtbare Ansätze zu vermeiden.

Zweiter Schritt: Grundierung anschleifen

Nach ca. zwei bis maximal vier Stunden Trockenzeit (bitte Anweisungen des Herstellers beachten) wird die Grundierung mit einem sehr feinen Schleifpapier (Körnung 120-150) noch einmal angeschliffen. Die Betonung liegt hier auf "anschleifen". Die Grundierung soll selbstverständlich nicht gleich wieder entfernt, sondern lediglich angeraut werden, um die nachfolgende Versiegelung besser anzunehmen. Auch im Anschluss muss wieder sehr gründlich mit Staubsauger und einem leicht angefeuchteten Lappen sämtlicher Schleifstaub entfernt werden. Nun ist der Weg für die Versiegelung bereitet und die eigentliche Versiegelung kann beginnen.

Dritter Schritt: Lack auftragen

Ähnlich wie die Grundierung wird nun auch die erste Schicht Lack mit einer Rolle vom Licht weg auf das Parkett aufgetragen. Anschließend sollte das ganze ca. 8 bis 10 Stunden trocknen. Ist die erste Schicht trocken, machen Sie einen Fühltest: Fühlt sich die Lackschicht etwas rau an, nehmen Sie mit einer feinen Körnung (z. B. 120) einen leichten Zwischenabschliff vor, um das spätere Ergebnis zu perfektionieren. Anschließend wieder Staub aufsaugen, feucht wischen und trocknen lassen.

Nun folgt die zweite Schicht Lack. Grundsätzlich genügen zwei Schichten. Je nachdem, wie stark der Parkettbereich beansprucht werden wird und wie robust Sie diesen wünschen, können Sie noch eine dritte Schicht auftragen, wenn die zweite getrocknet ist.

Vierter Schritt: Trocknung

Ist die gewünschte Anzahl an Lackschichten aufgetragen, sollten einige Stunden abgewartet werden, ehe der Raum wieder betreten wird. 2-Komponenten-Lack sollte eine Trocknungszeit von ca. 72 Stunden erhalten, 1-Komponenten-Lack benötigt 7-10 Tage, da der Lack dann noch nachhärtet und in der ersten Woche noch auslüftet. Es sollte weiterhin für ausreichende Belüftung gesorgt werden. Möbel dürfen dann zurück in den Raum getragen, keinesfalls aber geschoben werden.

Parkett ölen

Nach dem Abschleifen des Parketts und der Reinigung des Raumes kann mit dem Auftragen des Öls begonnen werden, sofern das abgeschliffene Parkett trocken und staubfrei ist. Fangen Sie an den Rändern mit einem kleinen Pinsel an, das Öl auf das blanke Parkett aufzutragen. Beachten Sie auch hierbei, dass die frisch geölten Flächen vorerst nicht mehr betreten werden sollten. Zum Ölen der Innenflächen gießen Sie etwas Öl auf das Holz und verteilen Sie es gleichmäßig mit einem Gummiabstreifer oder Stahlspachtel. Vermeiden Sie dabei die Bildung von Pfützen.

Lassen Sie das Öl ca. 15 Minuten in das Holz einwirken. Nimmt das Parkett alles auf, ölen Sie nach, bis das Holz gesättigt ist. Entfernen Sie überschüssiges Öl mit einem fusselfreien Lappen. Nun beginnt die Trocknungszeit, in der das Parkett nicht mehr betreten werden darf. Nach 7 bis 10 Tagen Trocknungszeit dürfen die Möbel wieder aufgestellt werden.

Wichtig: mit Parkettöl getränkte Lappen sollten unbedingt in einen Plastikbehälter mit Wasser oder in einen geschlossenen Metallbehälter gelegt werden! Es besteht bei Parkettöl häufig die Gefahr, dass sich Textilien selbst entzünden.

Das Parkett wachsen

Um für eine ausreichende Pflege des Parketts zu sorgen, empfiehlt es sich, das Parkett zuvor zu ölen. Beginnen Sie wie oben beschrieben mit dem Ölen und lassen Sie das Holz trocknen.

Nun kommt der zweite Schritt: Wenn Sie sich für Kaltwachs entschieden haben, können Sie dieses einfach mit einem Schwamm in das Holz einmassieren. Haben Sie sich für Warmwachs entschieden, benötigen Sie eine Wachsmaschine, die das Wachs auf einer konstanten Temperatur hält und es gleichmäßig auf dem geölten Parkett verteilt.
Farbloses Wachs kann in zwei Schichten auf dem Parkett aufgetragen werden, während farbiges Wachs zusätzlich eine Schutzschicht benötigt, damit die Farbpartikel sich nicht ablösen und so hässliche Laufstraßen sich abbilden. Je kräftiger die Farbe werden soll, desto mehr Schichten müssen aufgetragen werden.
Die Schutzschicht lässt sich im Anschluss beispielsweise mit Hartwachsöl auftragen.

Parkett reinigen und pflegen

Die Reinigung und Pflege des behandelten Parketts unterscheidet sich je nach gewählter Oberflächenbehandlung. Alle Varianten benötigen ihre ganz spezielle Pflege, damit sie lange schön bleiben und nicht abstumpfen.

Bei einem mit Lack versiegelten Parkettboden beispielsweise ist eine regelmäßige Reinigung und Pflege nötig. Diese kann mit dafür vorgesehen Spezialreinigern erfolgen, die Reiniger und Pflegemittel miteinander kombinieren. Hierbei ist es wichtig, die Menge der Hersteller genau zu beachten und einzuhalten. Universalreiniger sollten auf keinen Fall verwendet werden. Sie sind zu scharf und können die Schutzschicht nicht nur beschädigen sondern sogar komplett entfernen.

Geölten und gewachsten Parkettböden sollten alle drei bis vier Wochen besonders gründlich gereinigt werden. Dazu sollte Holzbodenseife verwendet werden. Sie hat rückfettende Eigenschaften und befreit den Boden somit nicht nur von Schmutz, sondern pflegt ihn und schützt zusätzlich das Parkett vor weiteren Einflüssen. Ganz besonders wichtig ist hierbei aufgrund der offenporigen Struktur der Öl- und Wachsversiegelungen, dass die Reinigung nicht zu feucht vorgenommen wird. Zu viel Nässe lässt das Parkett aufquellen und hinterlässt bleibende Schäden.

Auch bei der Trockenreinigung mit dem Staubsauger ist vorsichtiges Vorgehen sowohl bei geölten als auch bei gewachsten Parkettböden ratsam. Die Wachsschicht ist zwar widerstandsfähiger als ausschließlich geöltes Holz, aber nicht völlig resistent gegen Kratzer. Ziehen Sie den Staubsauger deshalb allenfalls sehr vorsichtig und achten Sie darauf, dass keine Steinchen oder Sand unter den Rollen die Schutzschicht Ihres Parketts angreifen können. Eine grobe Reinigung mit dem Besen vorab ist bei grober Verschmutzung zu empfehlen.

Für alle Parkettversiegelungen allerdings - egal ob Lack, Öl oder Wachs - gilt:
Um die Schutzschicht so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, empfiehlt es sich, vielbewegte Möbel mit Filzgleitern auszustatten und Möbel möglichst wenig bewegen, um Kratzer und übermäßige Abnutzung zu vermeiden.
Bürostühle sollten mit passenden Rollen für harte oder weiche Böden ausgestattet werden. Auch die Nutzung einer Bodenschutzmatte im Schreibtischbereich kann sinnvoll sein.

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