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Industrieparkett: Der robuste Bodenbelag für anspruchsvolle Wohn- und Arbeitsbereiche
Bodenbelag-Experte
Stefan Domke


Industrieparkett, auch bekannt als Hochkantlamellenparkett, ist ein Bodenbelag, der wirklich alles mitmacht. Ursprünglich für stark frequentierte Gewerbeflächen entwickelt, findet man ihn heute auch vermehrt in privaten Wohnzimmern.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, was Industrieparkett auszeichnet, welche Vorteile es bietet, für welche Räume es besonders gut geeignet ist und welche Kosten Sie einkalkulieren müssen.
Das Wichtigste für Sie zusammengefasst
Wenn Sie wissen möchten, ob Industrieparkett perfekt zu Ihren Bedürfnissen passt, lesen Sie unbedingt weiter – es lohnt sich!
Was ist ein Industrieparkett?
Industrieparkett, fachlich auch als Hochkantlamellenparkett bezeichnet, ist ein massiver Holzboden mit einem einzigartigen Aufbau: Die einzelnen Holzstäbe (=Lamellen) werden hochkant aneinander gereiht und auf einem Grundträger zusammengeleimt.
Durch Klebebänder, Kunststoffnetze oder Papierstreifen werden die Hochkantlamellen zu Verlegeeinheiten mit durchlaufenden Kopf- und Längsfugen zusammengefasst. Dieser besondere Aufbau verleiht dem Industrieparkett seine charakteristische Stäbchen-Optik.
Industrieparkett wird immer unbehandelt verkauft und muss auf dem Untergrund vollflächig verklebt werden.
Aufbau von Industrieparkett
Die massiven Holzstäbe sind etwa 8 bis 10 mm breit und werden mit einer Höhe von 8 bis 22 mm hochkant verleimt.

Dadurch steht die gesamte Parkettdicke (max. 22 mm) als Nutzschicht zur Verfügung – ein entscheidender Vorteil gegenüber Fertigparkett, bei dem nur die oberste Schicht aus Echtholz besteht.
Durch die dicke Nutzschicht ist Industrieparkett mehrfach abschleifbar, sehr widerstandsfähig gegenüber mechanischen Belastung und damit extrem langlebig ist.
Wussten Sie schon?
Ursprünglich entstand Industrieparkett als Nebenprodukt bei der Produktion von Mosaikparkett. Die Holzreste, die bei der Fertigung von Mosaikparkett anfielen, wurden hochkant aufgestellt und dadurch clever weiterverwertet. Was einst als Resteverwertung begann, hat sich längst zu einem eigenständigen Produkt mit überzeugenden Vorteilen entwickelt.
Typische Holzarten
Für die Herstellung von Industrieparkett eignen sich grundsätzlich alle Holzarten, die auch für Mosaikparkett oder Stabparkett verwendet werden. Es können sowohl heimische Hölzer als auch exotische Hölzer verwendet werden.
Hier zeigen wir Ihnen einige Holzarten, die für Industrieparkett eingesetzt werden:
Heimische Hölzer:
- Eiche (die beliebteste Holzart)
- Roteiche
- Buche
- Ahorn
- Kirschbaum
- Walnuss
Exotische Hölzer:
- Merbau
- Olivenbaum
- Wenge
- Bambus
Optische Vielfalt
Die hochkant stehenden Lamellen erzeugen ein charakteristisches Stäbchenmuster, was parallel verlegt wird (auch „leiterartige Verlegung” genannt) und dem Fußboden damit eine geradlinige Ästhetik verleiht.
Anders als bei klassischen Parkettarten wird bei Industrieparkett Farbe und Struktur frei gewählt. Astlöcher, Farbunterschiede und natürliche Verfärbungen werden bewusst eingearbeitet und schaffen dadurch ein lebendiges, abwechslungsreiches Bodenbild.
Das Farbspiel des Holzes, das Stäbchenmuster und die schlichte Symmetrie der Lamellen verleihen Räumen Wärme und einen besonderen Charakter. Gerade in großzügigen, offenen Wohnbereichen oder in Räumen mit wenig Mobiliar glänzt Industrieparkett als eigenständiges Gestaltungselement.
Vorteile von Industrieparkett
Extrem strapazierfähig
Durch die hochkant verleimten Vollholzlamellen wird die härte Holzseite als Lauffläche verwendet. Dadurch hält der Boden auch intensivster mechanischer Beanspruchung stand – Stöße, Druck und punktuelle Belastungen können diesem Boden kaum etwas anhaben.
Er wird gern in gewerblichen Bereichen eingesetzt, in Gemeindehäusern oder auch in Kindergärten. Industrieparkett findet sich überall dort, wo viel Betrieb herrscht, der Boden stark beansprucht wird und trotzdem gut aussehen muss.
Mehrfaches abschleifen möglich
Die Nutzschicht ist bis zu 22 mm dick und steht komplett als abschleifbare Fläche zur Verfügung. Wenn man davon ausgeht, dass pro Schleifgang ca. 0,5 bis 1 mm von dem Parkett abgetragen werden, dann könnte das Industrieparkett theoretisch 10 bis 20 Mal renoviert werden.
Langlebig
Durch die Eigenschaft, dass Industrieparkett mehrfach abgeschliffen werden kann, bleibt es über viele Jahrzehnte nutzbar. Bei sachgemäßer Pflege und gelegentlicher Aufbereitung können Lebensdauern von bis zu 50 Jahren und mehr erreicht werden.
Die vollflächige Verklebung trägt zusätzlich zu einer langen Nutzung bei, denn der feste Verbund mit dem Untergrund verhindert ein Verrutschen oder die Fugenbildung.
Charakteristische Optik
Industrieparkett unterliegt keiner strengen Farbsortierung. Damit treffen helle und dunkle Lamellen, ausgeprägte Maserungen und ruhigere Holzabschnitte aufeinander und lassen ein natürliches Mosaik entstehen. Die charakteristische Stäbchenoptik trägt zusätzlich dazu bei, dass jeder Raum mit Wärme und Lebendigkeit gefüllt wird.
Industrieparkett wird werksseitig unbehandelt verlegt, sodass die Oberfläche abschließend noch behandelt werden muss. Auch hier kann man das Aussehen noch beeinflussen: Geölte Oberflächen betonen die natürliche Holzstruktur, wohingegen lackierte Böden dem Raum einen besonderen Glanz verleihen. Durch farbige Öle oder Beizen lassen sich sogar ganz individuelle Farbakzente setzen.
Nachhaltig
Für die Produktion von Industrieparkett werden Holzreste verwendet, die sonst möglicherweise entsorgt werden würden. Zudem besteht es zu 100 Prozent aus massivem Vollholz und verzichtet somit auf Kunststoffträger, Klebstoffe und synthetische Deckschichten.
Hinweis: Entsorgung von Industrieparkett
Vollflächig verklebtes Industrieparkett muss gesondert entsorgt werden, da an dem Holz noch Klebereste zu finden sind. Die Entsorgung erfolgt dann entweder über den Fachmann oder beim Wertstoffhof. Sollte Industrieparkett schwimmend verlegt worden sein, kann es über den Hausmüll oder über den Sperrmüll entsorgt werden.
Einsatzbereiche
Gewerbe und Industrie
Seinen Namen verdankt Industrieparkett dem ursprünglichen Einsatzgebiet: gewerbliche und industrielle Bereiche mit extremen Anforderungen an die Belastbarkeit.
Hier zeigt der Boden, was er wirklich kann:
- Büros und Verwaltungsgebäude: tägliche Beanspruchung durch hohen Publikumsverkehr, rollende Büroschränke und schwere Aktenschränke
- Einzelhandel und Gastronomie: In Ladengeschäften, Cafés oder Restaurants hält es dem permanenten Laufverkehr stand und lässt sich leicht reinigen.
- Kindergärten, Schulen, öffentliche Einrichtungen: Wo viele Menschen zusammenkommen und der Boden intensiv genutzt wird, bewährt sich die Robustheit von Industrieparkett.
- Werkstätten und Ateliers: In kreativen oder handwerklichen Arbeitsbereichen, wo Werkzeuge, Materialien oder Maschinen den Boden beanspruchen, ist Industrieparkett eine praktische Lösung.
- Showrooms und Ausstellungsräume
Privatbereich
- Flure und Eingangsbereiche: täglicher Durchgangsverkehr mit schmutzigen und feuchten Schuhen, schwere Einkaufskörbe werden abgestellt
- Küchen: herabfallende Töpfe, verschüttete Flüssigkeiten, schwere Einbaugeräte können dem Industrieparkett nichts anhaben
- Kinderzimmer: Spielzeug, Bauklötze, Fahrzeuge – auch bei intensiver Nutzung bleibt Industrieparkett widerstandsfähig
- Wohnzimmer und offene Wohnbereiche
Industrieparkett auf Fußbodenheizung – geht das?
Die Verlegung von Industrieparkett auf eine Elektrofußbodenheizung ist meistens ungeeignet und auch auf eine Warmwasser-Fußbodenheizung wird dies nur bedingt empfohlen. Hier kommt es auf die Nutzungsstärke des Parketts an: Je dicker das Parkett ist, desto weniger ist es geeignet. Achten Sie deswegen dabei immer auf die Herstellerangaben! In den technischen Details wird angegeben, ob das Industrieparkett für die Verlegung auf einer Fußbodenheizung geeignet ist oder nicht.
Kosten für Industrieparkett
ie Kosten für Industrieparkett umfassen sowohl Anschaffungskosten als auch Folgekosten.
Zu den Anschaffungskosten zählen:
- Parkett: Der Preis für Industrieparkett wird von Holzart, Lamellenstärke und weiteren Besonderheiten beeinflusst. Und natürlich können die Preise zwischen verschiedenen Herstellern variieren.
Kostenbeispiele:
| Industrieparkett Eiche, 10 mm | 34,51 €/m² |
| Industrieparkett Eiche, 22,8 mm | 59,52 €/m² |
| Olivenholzparkett, 10 mm | 90,34 €/m² |
- Kleber: z. B. Parkettkleber 9,68 €/kg ⇾ Ergiebigkeit: 1 kg reicht für ca. 1 m²
- Oberflächenbehandlung: Schleifen und danach Öl oder Lack, z. B. Bodenöl 43,05 €/L ⇾ Ergiebigkeit: 1 L reicht für ca. 10-12 m²
- Verlegekosten: wenn ein Unternehmen die Verlegung übernimmt ⇾ das ist dann aber meistens ein Komplettangebot, in dem alles mit drin ist
- optional:
- Entfernung alter Bodenbeläge
- Feuchtigkeitsmessung
- Untergrundbehandlung
- Zubehör für die Verlegung in Eigenregie
Die Folgekosten setzen sich aus folgenden Posten zusammen:
- spezieller Parkettreiniger
- Regelmäßige Pflege: Wachs, Öl oder Lack – je nach vorbehandeltem Parkett
- Renovierung mit abschleifen und neu versiegeln: ca. alle 15 bis 20 Jahre, je nach Abnutzungsgrad

Verlegung von Industrieparkett
Anders als Fertigparkett mit Klicksystem erfordert die Verlegung von Hochkantlamellenparkett handwerkliches Können und eine präzise Arbeitsweise.
Die vollflächige Verklebung von Industrieparkett umfasst im Grunde folgende Schritte:
- Schritt: Unebenheiten beseitigen
- Schritt: Parkett vorbereiten
- Schritt: Reihen legen
- Schritt: Fixieren
- Schritt: Mit der letzten Reihe abschließen
- Schritt: Abschlussarbeiten
Wenn Sie das Industrieparkett in Eigenregie verlegen wollen, finden Sie in unserer Blog-Rubrik eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Verlegung von Industrieparkett mit einem anschaulichen Video.
Pflege und Reinigung von Industrieparkett
Damit Sie möglichst lange von einem schönen und robusten Industrieparkett profitieren können, sollten Sie diesen hochwertigen Fußbodenbelag regelmäßig reinigen und pflegen.
In den folgenden Abschnitten haben wir deshalb praktische Tipps, wie Sie Ihr Industrieparkett am besten pflegen und reinigen können.
Trockenreinigung
Reinigen Sie das Industrieparkett in stark frequentierten Bereichen täglich, in weniger genutzten Räumen reicht 2 bis 3 Mal pro Woche mit:
- Staubsauger: Verwenden Sie einen Staubsauger mit weichen Borsten (Parkettdüse), um Kratzer zu vermeiden
- Besen: Ein weicher Besen mit feinen Borsten ist ebenfalls geeignet.
Feuchtreinigung
Wischen Sie bei Bedarf das Industrieparkett, aber nur nebelfeucht. Das bedeutet: Der Wischmopp sollte gut ausgewrungen sein, sodass es nicht zu stehender Nässe kommt.
- Wassermenge: So wenig wie möglich, so viel wie nötig
- Reinigungsmittel: Spezielle Parkettreiniger, die auf die Oberflächenbehandlung abgestimmt sind
- Technik: In Faserrichtung wischen, nicht quer zur Maserung
Wichtig: Stehendes Wasser sofort aufwischen, sonst dringt die Feuchtigkeit ins Holz ein und lässt es aufquellen.
Pflegeprodukte
Die Wahl der Pflegeprodukte hängt davon ab, wie die Oberfläche Ihres Industrieparketts behandelt wurde.
Für geöltes Industrieparkett sollte Holzseife oder Pflegeöl verwendet werden, für lackiertes Parkett dagegen ein spezielles Pflegemittel. Dort, wo Sie das Industrieparkett gekauft haben, finden sich auch meistens die passenden Reinigungs- und Pflegeprodukte. Lesen Sie dann die Anwendungshinweise auf der Rückseite des Produktes.
Was Sie vermeiden sollten
- Dampfreiniger: Die Hitze und Feuchtigkeit können das Holz schädigen.
- Aggressive Reinigungsmittel: Keine Scheuermittel, Essig, Allzweckreiniger oder ätzende Substanzen
- Mikrofasertücher: Sie können die Oberfläche zerkratzen – besser sind Baumwolltücher.
- Zu viel Wasser: Feuchtigkeit kann in Fugen eindringen und das Holz aufquellen lassen.
Schutzmaßnahmen im Alltag
- Filzgleiter: … unter Möbelfüßen befestigen. Das verhindert Kratzer beim Verschieben
- Schmutzfangmatten: im Eingangsbereich
- Schuhe ausziehen: Straßenschuhe mit Steinen im Profil wirken wie Schleifpapier.
- Pflanzenuntersetzer: … schützen vor Wasserflecken durch auslaufende Töpfe.
- Sonnenschutz: Vorhänge oder Jalousien verhindern übermäßige UV-Einstrahlung, die das Holz ausbleichen kann.
Wann ist Industrieparkett die richtige Wahl für mich?
Industrieparkett ist ideal für Sie, wenn:
✅ Sie Hauseigentümer sind.
✅ Sie einen extrem robusten Bodenbelag benötigen, der hohe Belastungen aushält.
✅ Ihnen Langlebigkeit wichtig ist und Sie in einen Boden investieren möchten, der Jahrzehnte hält.
✅ Sie die Möglichkeit schätzen, den Boden mehrfach zu renovieren, statt ihn komplett zu erneuern.
✅ Ihnen die Stäbchenoptik und das “wilde Holzmuster” gefällt.
✅ Sie Wert auf nachhaltiges Bauen legen und ein Produkt aus Restholz bevorzugen.
✅ Ihr Budget für einen soliden Massivholzboden reicht.
✅ Sie bereit sind, die Folgekosten für Pflege, Reinigung und Renovierung zu tragen.
✅ Sie die Zeit aufbringen können, das Parkett regelmäßig zu pflegen.
✅ Sie in Erwägung ziehen, einen Fachbetrieb (wie z. B. Domke Parkett) für die Verlegung zu beauftragen.
Industrieparkett ist nicht die beste Wahl, wenn:
❌Sie Mieter sind.
❌Sie einen Bodenbelag suchen, den Sie ohne Vorkenntnisse schnell und einfach selbst verlegen können. (Klickparkett wäre hier die bessere Wahl.)
❌Sie eine sofort begehbare Lösung benötigen (Fertigparkett ist nach der Verlegung direkt nutzbar.)
❌Sie einen Boden wünschen, der optisch sehr einheitlich und ruhig wirkt.
❌Das Budget sehr knapp ist (einfache Fertigparkette oder Laminat sind günstiger in der Anschaffung),
Kommt Industrieparkett für Sie in die engere Wahl?
Domke Parkett steht Ihnen mit über 10 Jahren Erfahrung zur Seite. Unser Team berät Sie gern und umfassend zu allen Aspekten rund um das Thema “Industrieparkett”. Wir informieren Sie über die verschiedenen Holzarten und geben Empfehlungen, welches Parkett in Ihren Räumen am besten wirkt.
Kontaktieren Sie uns jetzt für:
- Eine kostenlose Erstberatung
- Einen Vergleich verschiedener Parkettarten in unserem Showroom
- Ein individuelles Angebot für Ihre Parkettverlegung.
Domke-Parkett ist Ihr Fachbetrieb für Parkett, Bodenbeläge und Tischlerarbeiten in Berlin und Brandenburg. Falls Sie unsicher sind, welcher Fußbodenbelag für Ihre Bedürfnisse der Richtige ist, dann melden Sie sich gern bei uns. Wir beraten Sie kostenlos und geben Ihnen fachkundige Empfehlungen für den Kauf Ihres neuen Fußbodenbelags.

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Stefan Domke
Stefan Domke ist Firmeninhaber der „Domke Parkett GmbH“ und hat mittlerweile über 20 Angestellte, mit denen er fast jeden Wunschboden liefern kann. Mit seinem Fachbetrieb bietet er seit über 10 Jahren diverse Bodenverlegearbeiten in ganz Berlin und Brandenburg an und übernimmt dabei die Baustellenkoordination.
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