Vom Baum zur Parkettdiele

Parkett ist ein wunderbarer, natürlicher Bodenbelag für die heimischen Fußböden. Er bietet ein besonderes Raumgefühl, bringt eine Wärme und ein besonderes Raumklima ins Haus. Und vor allem: Jedes Parkett ist individuell.

Die Muster, Verläufe und Astlöcher geben jedem Boden ein unverwechselbares Aussehen, denn Parkett besteht aus Holz und jeder Baum wächst anders und so wird jede Diele anders.

Der Weg ins heimische Wohnzimmer beginnt für das Parkett natürlich im Wald: Dort wachsen Bäume manchmal mehrere hundert Jahre, bis ein Waldarbeiter sie auswählt. Nach wenigen Minuten ist der stattliche Baum dann gefällt und wird mit Rückemaschinen zum Forstweg abtransportiert. So bietet der große Baum Platz für neues Leben und neue Bäume – und startet seinen Weg zu einem schönen und lange haltbaren Fußboden. Es geht mit einem LKW in ein Sägewerk, wo die Stämme zu dicken Brettern gesägt werden. Dieses Rohholz wird nun an der frischen Luft gelagert, um zu trocknen. Das dauert einige Monate. Erst dann werden die dicken Bretter weiterverarbeitet und zugesägt. Das geschieht meiste vollautomatisch. In vielen Sägewerken wird hier nur noch ein Mitarbeiter benötigt, der die Arbeit der Maschine überwacht. Die Bretter werden von außen nach innen vorsichtig aus dem Stamm gesägt, denn der Kern des Baumes kann weder für Parkett noch für Möbel verwendet werden. Damit der Verschnitt möglichst gering ist, wird in modernen Sägewerken jeder Baum einzeln mit einem Laser vermessen.

holzbretter auf dem weg zur parkettdiele

Nach der Verarbeitung kommen die Bretter in eine Trockenkammer. Denn zu diesem Zeitpunkt haben sie noch etwa 30 Prozent Feuchtigkeit im Holz. Dieser Anteil muss erheblich gesenkt werden, damit aus den Holzbrettern ein Parkettboden werden kann.

Behandlung der Bretter

Ist das Holz trocken, wird es erneut vermessen. Bretter mit Wurmlöchern, mit faulen Stellen oder anderen Schäden werden dabei anders behandelt, als lange, schadlose Bretter. Bei den schadhaften Brettern werden die schlechten Stellen herausgeschnitten. Das schadlose Holz wird zu kurzen Parkettstäben verarbeitet. Die eignen sich etwa für Fischgräten-Parkett. Die langen, schönen Bretter werden zu bis zu zwei Meter langen Dielen verarbeitet.

Die Bretter erhalten einen geraden Schnitt an den Rändern, bevor sie in ganz dünne Schichten aufgeschnitten werden. Dies werden die Deckschichten beim später entstehenden Mehrschichtparkett. Sie ist etwa zwei bis vier Millimeter dick und die sichtbare Oberfläche des Parketts.

Unter diese Schicht kommt eine Mittelschicht aus verdichteten und verklebten Holzfasern. Den Abschluss bildet eine weitere dünne Holzplatte, oft besteht diese aus Fichtenholz. Diese Lage sorgt dafür, dass die Diele sich nicht verziehen kann. Diese drei Schichten werden abschließend fest miteinander verleimt. Erst danach wird die Deckschicht – je nach Kundenwunsch – versiegelt, geölt oder im Rohzustand belassen.

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