Terrassendielen aus Kunststoff oder Holz? Tipps für die Auswahl

Bodenbelag für die Terrasse

Auch die Terrasse wird erst durch den richtigen Bodenbelag wohnlich. Terrassendielen aus Holz oder Kunststoff wirken gegenüber Terrassenbelägen aus Naturstein, Beton oder Feinsteinzeug einladender. Schon rein optisch entsteht gerade durch Dielen aus Holz der Eindruck einer Verlängerung des Wohnzimmers nach draußen ins Freie. Nachfolgend verraten wir Ihnen, wie Sie den für Ihre Lage und Bedürfnisse besten Belag für Ihrer Terrassendielen finden.

Lage und örtliches Klima bei der Auswahl der Terrassendiele berücksichtigen

Auf Terrassendielen türmt sich in manchen Wintern der Schnee, staut sich im Frühjahr das Schmelzwasser, wüten im Herbst Stürme und im Sommer bringt die Sonne die Dielen unter der Hitze zum Ächzen. Diese besondere Beanspruchung fällt je nach Lage der Terrasse und den örtlichen Klimabedingungen unterschiedlich stark aus. Als generelle Faustregel darf gelten, dass Terrassen mit Nord- und Ostausrichtung weniger gut mit Feuchtigkeit umgehen können. Gerade Unterkonstruktionen aus Holz brauchen in diesen Lagen nach langen Regenperioden zu lange, um wieder zu trocknen. Es besteht die Gefahr, dass sie faulen und vorzeitig wieder ausgetauscht werden müssen.

Für Nord- und Ostlagen empfiehlt sich daher, über Terrassendielen aus wetterfestem Kunststoff nachzudenken. Üblicherweise wird dafür das sehr widerstandfähige und robuste WPC gewählt. Sollten Sie in einem Gebiet mit wenig Regen wohnen (im Zweifelsfall einfach einmal Nachbarn oder den örtlichen Wetterdienst befragen), sind auch für Nord- und Ostterrassen Dielen aus Holz eine gute Wahl.

Vor- und Nachteile von Terrassendielen aus Kunststoff

Hochwertige Kunststoffdielen bestehen immer aus Vollmaterial. Von den in Baumärkten angebotenen günstigeren Dielen mit Hohlkammersystemen sollten Sie besser die Finger lassen. Diese neigen dazu, im Winter spröde zu werden und sich im Sommer bei hohen Temperaturen zu verformen. Beim Verlegen der Kunststoffdielen sollten Sie zudem die Farbreifung beachten. Die endgültige Farbe wird erst nach einigen Wochen erreicht. Danach verändert sich der Kunstboden aber nicht mehr und bedarf auch keiner weiteren Pflege. Die bei Holzdielen notwendige Nachbehandlung mit Schutzmitteln entfällt.

Optisch bieten Kunststoffdielen ein einheitlicheres Bild als Holzdielen. Letztere begeistern dafür je nach gewählter Holzart mit einem reicheren Farben- und Formenspiel. Kunststoffdielen bieten dagegen die Sicherheit, dass man sich auch barfuß keine Splitter in die Füße holt. Das Gefühl auf echtem Holz zu laufen, ist manchem Verbraucher dagegen das Risiko durchaus wert, zumal es bei richtiger Pflege mit Ölen und Lasuren (etwa 1 Mal pro Jahr) kleingehalten werden kann.

Ob Holz- oder Kunststoffdiele – beim Verlegen sollten Sie unbedingt auf die Gefällerichtung achten. Da Terrassendielen fast immer gerillt sind, kann bei Querverlegung Regenwasser in den Rillen verbleiben. Auf Holz wirkt sich solche Staunässe schädlich aus, bei Kunststoff ist die stehende Nässe zumindest lästig. Ein häufig gemachter Fehler beim Verlegen von Terrassendielen ist auch, minderwertige Kanthölzer aus Kiefer oder Fichte für den Unterbau zu nutzen. Sie neigen aufgrund unterschiedlicher Ausdehnungskoeffizienten gern zum Reißen der Befestigungsschrauben.

Welche Hölzer kommen für Terrassendielen in Frage?

Am häufigsten werden Harthölzer verwendet. Sie sind sehr faserig und verfügen zugleich über enge Gefäße, was sie besonders widerstandsfähig macht. Typische Hartholzarten tragen Namen wie Cumaru, Walaba, Bangkirai, Massaranduba, Mandioqueira oder Garapa. Richtig geraten: es handelt sich um Tropenhölzer. Diese können nicht in Plantagen angebaut werden, da ihr Wachstum zu lange dauert. Wer dennoch nicht auf diese Hölzer verzichten will, sollte auf das FSC-Siegel achten. Es wird nur vergeben, wenn die Hölzer nachhaltig geschlagen werden – also auch Geld in die Nachforstung fließt.

Diesem Problem ganz aus dem Weg geht man mit der Wahl von Terrassendielen aus Nadelhölzern wie der Douglasie, der Kiefer oder der sibirischen Lärche. Sie werden auch in Europa in nachhaltiger Bewirtschaftung angebaut, sind witterungsfest und robust gegenüber Schädlingen wie Pilze und Insekten. Verglichen mit den Tropenhölzern sind sie allerdings weniger lange haltbar. Dafür sind sie aber auch meist günstiger.

Wer auf Tropenhölzer verzichten will, nicht jedoch auf deren lange Haltbarkeit, greift am besten zu Thermohölzern. Durch die spezielle Wärmebehandlung werden auch heimische Hölzer wie Eiche oder Esche resistent gegenüber Schädlingen und Pilzbefall, sodass sie lange Freude an Terrassendielen aus Thermoholz haben werden. Dank des gegenüber Tropenhölzern geringeren Quell- und Schwindverhaltens können Sie die Thermohölzer zudem mit Nut-Federsystem ohne Fugen verlegen und so ein besonders homogenes Erscheinungsbild schaffen.

Sollten Sie weitere Fragen zu Terrassendielen haben, beantworten wir diese jederzeit gern.

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