Teppichboden kaufen – auf diese Kriterien sollten Sie achten

Teppichboden ist eine gute Wahl für alle, die ein angenehmes Laufgefühl lieben und sich gerne abwechslungsreich einrichten. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie den richtigen Teppich für Ihren jeweiligen Bedarf finden.

Die wundersame Vielfalt der Teppichböden

Wenn von „Teppich“ die Rede ist, kann vieles gemeint sein. Es gibt

  • Teppichboden aus Naturfaser wie Sisal, Papier, Seegras, Kokosfaser oder Binse
  • textilen Bodenbelag aus Wolle, Nylon oder anderen synthetischen Materialien (bzw. Mischgeweben)
  • Auslegware von Wand zu Wand, Teppichfliese, Bahnen- bzw. Meterware
  • Brücken und abgepasste Teppiche
  • klassisch oder modern gestylte Läufer
  • Pol- und Flachteppiche
  • getuftete, gewebte, geknüpfte, geflockte und Nadelvlies- oder Nadelfilz-Teppiche
  • Teppiche für Wohnzimmer, Kinderzimmer oder Nassräume
  • spezielle Teppiche für Gewerberäume, für Kranken- und Pflegeeinrichtungen, für Messen und andere vielgenutzte Räume und vieles mehr …

Kriterien für die Auswahl von Teppichböden

Um von der schier endlosen Vielfalt unterschiedlicher Teppiche nicht erschlagen zu werden, ist es ratsam, die Auswahl des passenden Teppichbodens nicht nur am eigenen Geschmack, sondern an überprüfbaren Kriterien auszurichten. Diese beziehen sich vor allem auf die Eigenschaften der eingesetzten Materialien sowie deren Verarbeitung.

Typisch für alle Teppichböden ist die weiche, elastische Nutzschicht. Sie ist es, die aller Regel für das angenehm weiche Laufgefühl verantwortlich ist. Die Industrie teilt den Lauf-Komfort, den Teppiche bieten, in Komfort-Klassen ein. Maßstab dafür ist der sogenannte LC-Wert. Die Abkürzung LC steht für „Luxury Class“. Je höher der LC-Wert ist, desto dicker und/oder dichter ist die Nutzschicht (desto mehr Noppen oder Schlingen weist der Teppich auf). Während Nadelvliese, die häufig als günstige, aber strapazierfähige Meterware verkauft werden, nur einen LC-Wert von 1 erreichen, werden Polvlise in den Klassen LC 1 bis LC 4, Polteppiche in den Klassen LC 1 bis LC 5 angeboten.

Ist die LC-Klasse nicht angegeben, kann man sich beim Komfort auch an der Florhöhe des Teppichbodens orientieren. Die einfache Grundregel lautet dabei: je höher der Flor ist, desto weicher und flauschiger fühlt sich der Teppich an. Kurzflor-Teppiche weisen eine Florhöhe unter 1,5 Zentimetern auf. Liegt die Florhöhe zwischen 1,5 und 5 Zentimetern handelt es sich um Hochflor, ab einer Höhe von mehr als 5 Zentimetern wird von Langflor gesprochen.

Auswahlkriterium: Rutschfestigkeit

Die Elastizität von Teppichböden kann durch weiche Underlays aus Latex, Jute, Schaum- oder Kunststoff verbessert werden. Sie verstärken auch andere Eigenschaften, die bei Teppichen geschätzt werden wie etwa Trittschall- und Schalldämmung sowie die Wärmeisolierung, die auch beim Barfußlaufen warme Füße sichert. Der Teppichboden-Rücken ist zudem verantwortlich für die Trittsicherheit.

Die Rutschsicherheit wird mit dem R-Wert festgehalten. Dieser wird ermittelt, indem ein Belagsmuster des Teppichs auf eine mit Öl bestrichene Unterlage gelegt wird. Zwei Testpersonen betreten den Teppich. Der Neigungswinkel der Unterlage wird nun nach und nach erhöht. Beginnen die Tester sich unsicher zu fühlen oder auszurutschen, ist das der Zeitpunkt, an dem der R-Wert festgelegt wird. Je höher der R-Wert ist, desto besser trittsicherer bzw. rutschfester ist der Teppich. Während in Büros Teppiche mit einem R-Wert von 9 vollkommen ausreichen, sollten Teppichböden in Kindertagesstätten, Ladengeschäften oder auf Treppen mindestens einen R-Wert von 11 aufweisen.

Teppichboden anhand der Art der Oberflächenstruktur auswählen

Der Charakter eines Teppichs wird wesentlich durch die Art und Weise seiner Herstellung bestimmt. Die Teppicharten unterscheiden sich dabei entweder in der Art, wie die Oberflächenschicht (auch Pol genannt) gearbeitet ist oder durch die Art des Herstellungsverfahrens.

  1. Unterscheidung nach der Art der Oberfläche
    • Schlingenware, Schlingen-Teppichboden (Bouclé) – die Schlingen der Oberfläche bleiben geschlossen, ragen nach oben und bilden ein dichtes Gewebe. Diese Teppichart wird am häufigsten verlegt, ist leicht zu saugen und pflegearm.
    • Schnittflor (Velours) – die Fasern bzw. Schlingen wurden abgeschnitten, sodass die Schnittfläche die eigentliche Nutzschicht bildet. Beträgt die Faserlänge mehr als 40 mm wird der Teppich auch als Shag oder Shaggy bezeichnet; bei einer Faserlänge von 10 mm und mehr als Saxony. Diese Teppichart ist besonders weich, jedoch auch pflegeintensiv.
    • Schnittschlinge (Cut-Loop) – ist eine Mischung aus Velours und Bouclé, es finden sich also sowohl geschlossene Schlingen als auch geschnittene Fasern. Gerne werden dabei verschiedene Höhen verwendet, sodass ein Relief entsteht (Reliefware).
  2. Unterscheidung nach Art der Herstellung
    • Gewebte Teppiche – werden, der Name lässt es erraten, aus Garnen zusammengewebt. Dadurch entsteht eine feste Textur, die strapazierfähig ist, auch ohne dass sie auf eine Trägerschicht aufgebracht wird. Die Herstellung ist allerdings aufwändig, entsprechend teuer sind gewebte Teppiche.
    • Getuftete Teppiche – die Fäden der Oberflächenschicht werden in die Trägerschicht eingenadelt. Im Ergebnis entsteht ein ähnlich dichtes Gewebe wie bei gewebten Teppichen. Das Tufting-Verfahren eignet sich für die industrielle Fertigung von großen Losgrößen. Daher ist diese Teppichart günstig, gleichwohl robust.
    • Teppiche ohne Pol – sind textile Bodenbeläge wie etwa Nadelfilz oder Nadelvlies. Die Nutzschicht ist so dicht und strapazierfähig, dass sie ohne Trägerschicht auskommt.

Gerne beantworten wir Ihnen weitere Fragen zum Thema Teppich. Selbstverständlich verlegen wir auch gerne für Sie einen Teppich Ihrer Wahl und sind auch Ansprechpartner für Sie, wenn Sie Parkett, Laminat oder einen anderen Bodenbelag professionell verlegen lassen möchten!