Teppichboden oder Laminat? Welcher Bodenbelag ist besser? Ein Vergleich.

Laminatboden vs. Teppicboden

Gemütlich, hygienisch, wohnlich – mit Beschreibungen wie diesen werben sowohl Teppich- als auch Laminatböden (die hier stellvertretend für die mehrschichtig modularen Fußböden stehen, zu denen u.a. auch Fertigparkette gehören). Wir haben die beiden Bodenbeläge in den Ring geschickt, um sie auf Stärken und Schwächen zu überprüfen.

Teppich oder Laminat? Runde 1: Optik

Der richtige Bodenbelag ist immer auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. In diesem Punkt scheinen die traditionsreichen Teppiche klar im Vorteil, bieten sie doch eine große optische Vielfalt. Hinsichtlich Farbe, Muster und Design gibt es nahezu keine Beschränkungen – alles ist möglich, zumindest, wenn man bereit ist, auch tiefer in die Tasche zu greifen (allerdings gibt es nach wie vor auch viele günstige Teppichböden). Glatte Böden konnten da lange Zeit nicht mithalten. Mehrschichtige modulare Fußböden (MMF) enthalten im Overlay mittlerweile jedoch eine Dekorschicht, die dank moderner Drucktechniken jedes Motiv und jedes Design wiedergeben kann. Möglich sind dabei sogar fotorealistische Wiedergaben von Gesichtern, Logos oder was immer gewünscht wird. Auch bei den glatten Böden gilt allerdings: je exklusiver der Wunsch, desto teurer der Belag.

Runde 1 hat damit keinen klaren Sieger und wird als ein Unentschieden gewertet.

Runde 2: Einsatzbereiche von Teppich und Laminat

Weder Laminat noch Teppich eignen sich im Regelfall für Nassbereiche wie Bad oder Küche. „Normale“, sprich: handelsübliche Teppiche und Laminate nehmen durch die zu hohe Feuchtigkeit in diesen Räumen Schaden. Beim Laminat quellen die HDF-Platten auf, beim Teppich besteht die Gefahr, dass das Textil nicht mehr trocknen kann und sich so Pilze im Stoff einnisten. Längst gibt es jedoch sowohl spezielles Feuchtraumlaminat als auch wasserunempfindliche Teppichböden für Nassräume.

Ein weiteres Unentschieden ergibt sich, wenn man die Strapazierfähigkeit von Teppich mit der von Laminat vergleicht. Auf den ersten Blick scheinen die glatten Laminatböden unempfindlicher zu sein, sodass sie sich auch für stark beanspruchte Räume eignen. Sowohl für Teppiche als auch Laminatböden gilt allerdings, dass sie jeweils in Beanspruchungsklassen einzuteilen sind. Ein Teppichboden der Klasse 33 eignet sich auch für die Verwendung in Restaurants, kann auf Veranstaltungsflächen verlegt werden und hält sogar dem Getrippel und Getrappel in Schulen stand. Letztlich verrät daher nur der Blick auf die Beanspruchungsklasse des jeweiligen Bodens, für welche Zweck er eingesetzt werden kann.

Auch Runde 2 ergibt nur ein Unentschieden.

Runde 3: Was ist hygienischer, was sauberer – Laminat oder Teppich?

Die Versiegelung der Deckschicht scheint dem Laminat in dieser Runde einen klaren Vorteil zu verschaffen. Das gilt zumindest für leichte Verschmutzungen. Sie lassen sich auf dem Laminat schließlich einfach wegwischen. Beim Teppich ist die Fleckenentfernung dagegen nahezu immer problematisch. In viel genutzten Räumen führt das meistens dazu, dass dort nur dunkle Farben verlegt werden, auf denen solche Flecken nicht gleich ins Auge fallen. Der Vorteil wird allerdings nicht mehr ganz so offensichtlich, wenn man zur Unterhaltsreinigung (dem Saugen bzw. Wischen zwischendurch) die Möglichkeit der Intensivreinigung hinzuzieht. Dringen Flecken wie Rotweine, Schuhabstriche oder Filzstiftmalereien tief in die Deckschicht eines Laminatbodens ein, lassen sich die Flecken oft nicht mehr entfernen – die betroffene Laminatdiele muss ausgetauscht werden. Teppiche dagegen können tiefengereinigt werden. Gerade beim Shampoonieren werden auch tiefe Polschichten erreicht und gründlich gereinigt.

Abermals ergibt sich nur ein Unentschieden, hier allerdings differenziert: Laminat erleichtert die Alltagspflege, Teppichböden punkten durch die Möglichkeit, sie durch Intensivreinigung länger erhalten zu können.

Runde 4: Was ist besser für Allergiker geeignet – Teppich oder Laminat?

Über diese Frage wird in Foren immer wieder gern gestritten. Die oft zu lesende Meinung, dass Laminat leicht abzuwischen sei und daher besser für Allergiker geeignet ist, greift allerdings zu kurz. Die Fasern des Teppichbodens binden Feinstäube. Auf Hartböden ist die Feinstaubbelastung daher höher als auf Laminat oder anderen Hartböden, so das Ergebnis einer Studie des Deutschen Allergie- und Asthmabundes sowie der Gesellschaft für Umwelt und Innenraumanalytik.

Runde 4 geht überraschenderweise an den Teppich.

Runde 5: Akustik

Das Gehen auf Laminat verursacht sowohl Geh- als auch Trittschall. Gehschall ist der Lärm, der im Raum selbst entsteht, Trittschall bezeichnet den Schall, der sich auf andere Räume überträgt. In Neubauten von Mehrfamilienhäusern darf Laminat nur mit Trittschalldämmung verlegt werden. Die Dämmung mindert auch den Gehschall. Teppichböden haben hier in der Regel mehr zu bieten. Je nach gewähltem Material und Polschichttiefe schlucken sie sogar regelrecht Geräusche und senken so den Lärmpegel. Gerade in Großraumbüros sorgen Teppiche daher für eine angenehme Akustik.

Auch in Runde 5 erzielt der Teppichboden daher Punkttreffer.

Runde 6: Lauf- und Wohngefühl

Teppichböden sind vor allem bei niedrigeren Temperaturen beliebt. Sie sind schlechte Wärmeleiter, vermitteln unseren Füßen daher immer ein Gefühl von Wärme. Das Laufgefühl auf Teppichen hängt stark von der Polschichttiefe ab. Je höher sie ist, desto tiefer versinken die Füße. Nicht immer ist das jedoch gewünscht, nicht jeder mag das. Zudem bleiben auf Laminat die Füße beim Barfußlaufen angenehm warm. Wer nicht gern auf glatten Böden läuft, kann längst auch Laminat mit strukturierter Oberfläche wählen, sodass es sich anfühlt, als würde man über echte Holzdielen laufen. Auch in Sachen Raumwirkung lässt sich dieser Punkt nicht klar entscheiden – zu unterschiedlich sind die zur Verfügung stehenden Dekors und Ausführungen bei beiden Bodenbeläge.

Einmal mehr endet eine Runde mit einem Unentschieden.

Runde 7: Ökobilanz

Auch bei diesem Punkt besteht das Problem, das ein allgemeines Urteil nur schwer zu fällen ist. Durchschnittlich schneiden aber auch hier Laminatböden eher schlechter ab als Teppiche. Zum einem ist eine klimaneutrale Produktion von Laminat nicht möglich, zum anderen ist Laminat ein Verbundstoff und daher nur schwer zu recyceln. Zwar gibt es auch hier Laminatböden, die mit dem „Blauen Engel“ für bessere Umweltverträglichkeit ausgezeichnet sind. Die Ökobilanz von Laminat bleibt im Vergleich zu anderen Fußböden (wie Parkett, Kork oder Linoleum) dennoch mäßig. Bei Teppichböden sieht die Gesamtbilanz zwar besser aus, doch kommt es auch hier sehr auf den Einzelfall an.

Runde 7 muss daher mit einem weiteren Unentschieden gewertet werden.

Runde 8: Der Preis

Das können wir abkürzen: hier siegt das Laminat. Es gibt auf dem Markt günstige Laminate in guter Qualität. Teppiche, die lange halten, ökologisch sind und die Möglichkeit bieten, sie gut zu pflegen, sind in der Regel dagegen teuer. Wer auf billige Teppiche setzt, verschenkt meist die oben erwähnten Vorteile (Allergiefreundlichkeit und bessere Akustik). Daher werten wir diesen Punkt für das Laminat doppelt.

Fazit

Wer bereit ist, für einen Teppich auch tiefer in die Tasche zu greifen, holt sich damit einen Bodenbelag ins Haus, der gegenüber Laminat mehr Vorteile bietet. Das gilt im Grunde aber nur für Menschen, die unter Allergien leiden oder sich einen Raum wünschen, in dem der Geräuschpegel abgesenkt wird. Sind diese Punkte nicht so wichtig, kann auch unbesorgt zum günstigeren Laminat gegriffen werden.

Sie haben weitere Fragen zur Bodenbelägen? Wir beantworten sie gerne und sind natürlich auch für Sie da, wenn Sie einen Bodenbelag verlegen lassen möchten.

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