Parkettveredelung – mögen Sie’s gelaugt, geschroppt oder wild gebürstet?

Parkett kann verschieden veredelt werden

Parkett wirkt immer. Doch erst die richtige Parkettveredelung bringt auch den Charakter eines Parkettholzes perfekt zur Geltung. Dient die Oberflächenbehandlung mit Lack, Öl oder Wachs der Versiegelung und damit der Robustheit sowie der leichteren Pflege des Bodens, ist die Veredelung von Parkett sozusagen ein (permanentes) Make-up für die Oberfläche.

Es gibt viele Methoden, Parkett zu veredeln

Wer sich nach Parkett umsieht, stößt bei der Beschreibung der Oberflächen auf Begriffe, deren Bedeutung man als Nicht-Fachmann oft nur „so ungefähr“ versteht. Da ist die Rede von gebürstetem Parkett, von geschropptem, gehobeltem, gelaugtem, gekalktem oder geräuchertem Parkett. Hinter all diesen Begriffen verbergen sich unterschiedliche Methoden der Parkettveredelung.

Wie eingangs erwähnt, ist die Parkettveredelung eine reine optische Maßnahme. Für die Oberflächenversiegelung spielt die Wahl der Methode, mit der ein Parkett veredelt wird, keine Rolle. Mit anderen Worten: ob das Holz gebürstet, gehobelt oder gekalkt wurde – seine Robustheit und Alltagstauglichkeit erhält der Holzfußboden erst durch Wachs, Öl oder Lack. Einige Methoden der Parkettveredelung, wie etwa das Bürsten oder Hobeln, tragen allerdings dazu bei, dass Flecken und Kratzer im Parkett nicht so schnell ins Auge fallen. Es ist daher mitunter sinnvoll, sich auch bei der Wahl der Parkettveredelung an der späteren Beanspruchung des Bodens zu orientieren.

Der Klassiker – gebürstetes Parkett

Wie der Name verrät, wird bei dieser Methode das Parkett mit einer Bürste veredelt. Ziel ist es, weichere Holzteile mit Bürstenstrichen in Faserrichtung zu entfernen. Dadurch werden die harten Anteile des Holzes wie Jahresringe oder die Maserung hervorgehoben. Der individuelle Charakter des jeweiligen Holzes kann so perfekt zu Tage treten. Die Stärke der Bürstung bestimmt darüber, wie deutlich die Kontraste etwa zwischen den Jahresringen und den dazwischenliegenden Holzanteilen sind. Häufig ist daher auch von einem strukturiertem Parkett oder stark strukturiertem (bzw. stark gebürstetem) Parkett die Rede. Mitunter finden sich auch Adjektive wie wild, um zu betonen, dass besonders kräftig gebürstet wurde.

Es entsteht eine Art 3-D-Effekt, der ein angenehmes Laufgefühl und eine Haptik erzeugt, die dazu animiert, immer wieder mit der Hand über den Boden fahren zu wollen. Gebürstetes Parkett hat zudem die schöne Eigenschaft, kleinere Kratzer und leichte Verschmutzungen gut zu kaschieren. Es ist daher gut geeignet für viel genutzte Wohnräume, Büros oder Ladengeschäfte.

Geschropptes Parkett

Der Begriff „geschroppt“ bezieht sich auf das Schropphobeleisen, das bei dieser Methode zum Einsatz kommt. Alternativ wird daher hier auch von gehobeltem Parkett gesprochen. Ähnlich wie beim Bürsten kann auch beim Hobeln entweder fein oder grob gearbeitet werden. Die unregelmäßigen Strukturen des Holzes kommen bestens zur Geltung, der Boden wirkt individuell und erhält eine fast schon antik zu nennende Optik. Häufig sprechen die Hersteller auch von Relief gehobeltem Parkett. Dabei kommt dann meist neben dem Hobel auch die Bürste zum Einsatz, gelegentlich wird das Holz sogar angesägt, um einen besonders authentischen Effekt zu erzielen.

Auch die geschroppte bzw. gehobelte Parkettveredelung verzeiht Schmutz und Kratzer sehr gut und eignet sich daher ebenfalls für viel belaufene Räume.

Parkettveredelung mit Kalk

Manche Holzarten – wie etwa die Eiche – besitzen besonders große Poren. Werden diese mit Farbpigmenten gefüllt, lässt sich der Kontrast zwischen den weichen Holzanteilen und der (harten) Maserung auf besonders edle Weise hervorgehoben. Beim gekalktem Parkett wird in der Regel weißer Kalk eingesetzt, der mit Wachs vermischt auf das Holz gestrichen wird. Anschließend wird die überschüssige Kalk-Wachs-Mischung abgezogen. Das Parkett hellt auf, zugleich tritt die Struktur des Holzes klar hervor. Je nach Region wird die Methode mal als Kälken, mal als Kalken beschrieben. Das beliebte Eichen-Parkett, weiß gekalkt eignet sich vor allem für Wohnräume, in denen es eine freundliche und zugleich behagliche Atmosphäre entfaltet. Für den sogenannten Lava-Effekt wird der Kalk häufig schwarz oder weiß gefärbt und dann unregelmäßig verteilt, sodass der Eindruck von Lavaflüssen entsteht.

Gelaugtes Parkett

Hellere Hölzer – wie Ahorn, Fichte, Buche oder Esche – neigen unter der Einwirkung von UV-Licht zu Verfärbungen. Sie dunkeln dann nach und wirken vergilbt. Die Behandlung mit ätzender Natronlauge stoppt diesen Prozess, indem es die Poren zusammenzieht. Da bei den harten Holzanteilen dieser Effekt geringer ausfällt als bei den weichen, wird auch beim Laugen die Maserung betont.

Geflammtes, geräuchertes oder wärmebehandeltes Parkett

Bei diesen Methoden handelt es nicht nur um reine Parkettveredelungen. Sie werden auch eingesetzt, um die technischen Eigenschaften des Holzes zu ändern. So wird das Holz durch das Räuchern etwa geschmeidiger und widerstandsfähiger gegenüber Pilzen und Insekten. Auch die Wärmebehandlung dient dazu, das Holz robuster zu machen. Ein „Nebeneffekt“ wird dabei gerne in Kauf genommen: das Holz wird wesentlich dunkler und wirkt so auch edler. In weiß gestrichenen Räumen entfalten Thermo- oder Räuchereiche einen geradezu extravaganten Look.

Gerne beraten wir Sie zu all Ihren Fragen rund ums Thema Bodenbeläge.

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