Sortierungen – Unterscheidungskriterien für Parkettböden innerhalb der Holzarten

Parkettsortierung

Nicht nur die Holzart (Eiche, Ahorn etc.) und das Verlegemuster (Schiffsboden, Kassette, Fischgrät usw.) bestimmen die Wirkung eines Parketts im Raum. Da kein Baum wie der andere wächst, gibt es auch innerhalb einer Holzart mitunter große Unterschiede hinsichtlich Farbe, Struktur und Ausdruck. Um diese auszugleichen und einander ähnliche Hölzer zu finden, arbeiten die Parketthersteller mit „Sortierungen“. Wer diese Klassifizierungen kennt, wird sein ideales Parkett schnell finden.

Der Ausgangspunkt: Parkettsortierung nach DIN (EN-Normen)

Um die Qualität von Parkett- und anderen Holzfußböden sicherzustellen, hat der Gesetzgeber einige Normen für die verwendeten Hölzer festgelegt. So legt etwa die DIN EN 13990:2004-04 „Holzfußböden – Massive Nadel-Holz-Fußbodendielen“ fest, welche Anforderungen die Hölzer hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit erfüllen müssen. In diesen gesetzlichen Normen sind feste Sortierregel für alle Hersteller festgehalten. Diese Regeln stellen sicher, dass beispielsweise von Schimmel oder Pilzen befallene Hölzer nicht für Fußböden verwendet werden. Diese festen Sortierregeln dienen der Qualitätssicherung und sind für alle Hersteller verbindlich.

Es gibt allerdings auch Sortierregeln, die den Herstellern freigestellt sind. Diese beziehen sich allein auf die optische Qualität der Hölzer. Jeder Hersteller kann frei wählen, wie er seine Sortierungen bezeichnet, muss sich allerdings dann selbst konsequent (und für den Verbraucher nachvollziehbar) an seine gewählten Auszeichnungen halten.

Die drei Standard-Sortierungen aus der guten alten DIN-Zeit

Bis 2013 galt in Deutschland die DIN 280 für die Sortierungen von Holz für Fußböden. Aus dieser Zeit stammen drei Sortierklassen, die bis heute von nahezu allen Herstellern übernommen werden. In den DIN-EN-Normen wurden die alten DIN Begriffe durch Symbole ersetzt:

  • „Natur“ – neu dargestellt durch einen Kreis (❍)
  • „Gestreift“ – ein Dreieck (Δ)
  • „Rustikal“ – ein Quadrat (❏)

Der Klasse „Natur“ liegen die strengsten Kriterien für die Sortierung zugrunde. Während gesunder Splint bei „Natur“ aussortiert werden muss, ist er bei „Gestreift“ zulässig. Gesunde und fest verwachsene Äste sind bei „Natur“ bis zu einem Durchmesser von maximal 8 mm zulässig, bei „Gestreift“ bis maximal 10 mm und bei „Rustikal“ gibt es keine Einschränkung, solange Festigkeit und Haltbarkeit des Parkettbodens nicht betroffen sind.

Holzeigenschaften, die über die Sortierung entscheiden

Standort, Witterungsbedingungen oder Krankheiten sind nur einige der Gründe, die dazu führen, dass Bäume einer Art Holz in großer optischer Vielfalt liefern. Um zu verstehen, weshalb das so ist, helfen die folgenden Begriffe:

  • Splintholz und Kernholz. Das Kernholz bildet den Kern des Baumstamms. Es besteht aus nicht mehr belebten Gewebe, weshalb es härter und zumeist auch dunkler ist als das Splintholz. Dieses ist mit Wasserleitungen durchzogen und enthält lebende Zellen. Entsprechend ist Splintholz meist heller und weniger hart als Kernholz.
  • Äste. Für die Sortierung unterschieden wird zwischen gesunden Ästen einerseits und Faulästen andererseits. Gesunde Äste sind mit mindestens 50% ihres Umfangs fest mit dem umgebenden Holz verwachsen. Bei Faulästen liegt dieser Umfang unter 50%, zudem können sie Spuren von Pilzerkrankungen aufweisen. Ein Pilzbefall von Ästen ist kein generelles Ausschlusskriterium. Bei „Natur“ ist etwa ein Durchmesser der Fauläste von bis zu 1 mm durchaus noch zulässig.
  • Blitzrisse und seichte Risse. Blitzrisse sind generell ein Ausschlusskriterium. Seichte Risse hingegen sind bei „Gestreift“ bis zu einer Länge von 15 mm zulässig. Die Definition verlangt, dass die Tiefe eines seichten Risses maximal ein Zehntel der Holzstärke ausmacht.
  • Rindeneinwuchs. Bei Bäumen kommt es immer wieder vor, dass Teile der Rinde ins Holz einwachsen. Solche Hölzer müssen dann aussortiert werden.

Einige Beispiele für Parkettsortierungen

Die optische Wirkung der Parketthölzer wird im Wesentlichen also von den Farben, Formen und Strukturen des Splintholzes, Kernholzes sowie der Äste bestimmt. Ein für den Typ „Markant“ sortiertes Holz weist sowohl Splint wie Braunkernanteile auf und ist entsprechend reich an Farben. Auch darf es viele Äste mit unterschiedlich großen Durchmessern enthalten. Bei Typen wie „Ruhig“ oder „Harmonisch“ wird dagegen darauf geachtet, dass nur wenige und möglichst kleine Äste im Holzbild auftauchen. Auch sollte das Farbspiel zwischen Splint- und Kernanteilen keine oder nur geringe Kontraste aufweisen.

Da die Hersteller, wie erwähnt, ihre jeweils eigenen Begrifflichkeiten für die optische Sortierung wählen, muss man sich bei deren Interpretation häufig auf sein Bauchgefühl verlassen. Selbstverständlich beraten wir Sie aber auch jederzeit, welche Erfahrungen wir mit den Sortierungen gemacht haben. Gern stehen wir Ihnen auch für weitere Fragen rund ums Thema Bodenbeläge zur Verfügung.

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