Parkett richtig ölen – so geht’s

Geöltes Parkett erfreut sich immer größerer Beliebtheit, da ein direkter Kontakt zum Naturmaterial besteht und kleine Kratzer und Dellen problemlos ausgebessert werden können. Die meisten Parkettböden sind jedoch immer noch klassisch versiegelt. Diese Böden können durch ihre Schutzschicht nicht geölt werden und sollten von ungeübten Heimwerkern besser nicht selbst behandelt werden.

Unversiegelte geölte Holzfußböden haben den Vorteil, dass sie mit gezielten Handgriffen auch von unerfahrenen Besitzern recht einfach nachgeölt und gepflegt werden können. Auch Gebrauchsspuren behandeln Sie im geölten Parkett einfacher als bei versiegelten Parkettböden: Die betroffene Stelle wird leicht angeschliffen und dann wieder mit Öl bestrichen.

Parkett schleifen

Verwenden Sie ein geeignetes Parkettöl

Je nach Hersteller werden Parkettöle mit verschiedenen Basisfarben untermischt. Deshalb sollten Sie darauf achten, nur ein Pflegeöl zu verwenden, das auf ihren Parkettboden abgestimmt ist. Haben Sie einen weiß geölten Parkettboden, so verwenden Sie ein Pflegeöl mit weißer Farbbasis. Weitere Varianten an Pflegeölen sind gezielt für naturfarbene, graue, braune oder schwarze Parkettböden ausgelegt.

Bitte bedenken Sie, dass eine unsachgemäße Behandlung Ihres Parkettbodens zu einer stumpfmatten Oberfläche, zur Vergrauung oder auch zu Verfärbungen führen kann. Für die korrekte Anwendung der Reinigungs- und Pflegeprodukte befolgen Sie bitte die Anweisungen auf der Verpackung.

Unversiegeltes Parkett ölen – so funktioniert’s

In wenigen Schritten bringen Sie Ihren Parkettboden wieder zum Glänzen:

Schritt 1: Abschleifen

Steht das Ölen des kompletten Parkettbodens an, so sollten nur handwerklich Erfahrene Hand anlegen: Der Boden muss bis auf die nächste Schicht rohes Holz abgeschliffen werden. Wer damit keine Übung hat, kann den Boden beschädigen oder zu stark und unregelmäßig abschleifen. Lassen Sie es deshalb besser von einem Parkettprofi mit einer professionellen Schleifmaschine durchführen.

Schritt 2: Schleifstaub entfernen

Bevor der Boden nun geölt wird, muss das komplette Zimmer vom Staub befreit werden. Dazu mit einem Staubsauger wie gewohnt den gesamten Bereich absaugen. Das Öl würde sonst den Staub in den Poren des Holzfußbodens binden. Kleine Risse im Boden können allerdings mit einer Mischung aus dem Schleifstaub und Fugenkitt ausgebessert werden.

Bei Bedarf können Sie Ihren Parkettboden nach dem Saugen mit einem Intensivreiniger reinigen. Dieser sollte etwa 6 Stunden lang (oder über Nacht) einwirken, sodass die Poren im Holz sich öffnen. So ist Ihr Boden optimal für die Aufnahme des Pflegeöls vorbereitet.

Schritt 3: Angeschliffenes Parkett ölen

Der Schritt des Ölens ist ein recht simpler Part: Das Öl wird Stück für Stück auf dem Boden ausgegossen und mit einem Gummiabzieher oder Farbroller verteilt. Dabei sollte gelüftet werden. Je nach Hersteller muss das Öl nun eine gewisse Zeit (meist etwa 15 Minuten) einwirken. In dieser Zeit hat das Parkettöl die oberen Holzschichten durchtränkt. Anschließend wird das überschüssige Öl mit einem Baumwolllappen (kein Mikrofaser) wieder abgewischt. Wer seinen Boden nun zusätzlich schützen möchte, der kann ihn noch mit einer Wachsschicht versehen. Diese verschließt die offenen Poren.

 Ein Handwerker verteilt Parkettöl mit einem Farbroller gleichmäßig auf einem Parkettboden

Nach der Behandlung

Um nach dem Ölen die besten Ergebnisse zu erzielen, sollte der Boden etwa 24 Stunden nicht betreten werden. Möbel und Teppiche sollten Sie frühestens nach 48 Stunden wieder im Raum platzieren. Zum Schluss warten Sie mindestens eine Woche ab, bis Sie wieder den Staubsauger oder Wischmop an den Parkettboden lassen.

Wer den Boden nicht gewachst hat, kann ihn regelmäßig mit einem Auffrischungsöl nachbehandeln. Das funktioniert ohne Abschleifen und Zimmer Ausräumen.

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