Lackiertes Parkett – welcher Lack ist der richtige?

01 Langzeitwirkung

Parkett geölt oder lackiert – eine wichtige Entscheidung mit Langzeitwirkung

Ob der Fußboden geölt, gewachst oder lackiert werden soll, ist eine nicht zu vernachlässigende Entscheidung. Geöltes Parkett besticht durch ein natürliches und warmes Aussehen. Gewachstes Parkett begeistert zusätzlich durch eine widerstandsfähigere Oberfläche. Lackierte Holzböden hingegen punkten mit einer langfristigen Versiegelung der Oberfläche und verleihen dem Fußboden den richtigen Glanz. Wir haben für Sie zusammengefasst, was Sie bei der Lackierung Ihres Parketts beachten müssen und wie Sie Ihren Holzfußboden weiter veredeln können.

02 Fußbodenlack

Die Vor- und Nachteile von lackiertem Parkett

Gerade bei Fußböden mit hoher Beanspruchung ist die kostengünstigere Versiegelung mit Lack sinnvoll, da sie das Parkett robuster macht. Im Gegensatz zu geölten Fußböden ist hier außerdem der Abrieb deutlich geringer. Und durch die vollständige Versiegelung der Oberfläche haben Schmutz, Flüssigkeit und Flecken praktisch keine Chance mehr und das Parkett ist leichter zu reinigen.

Doch der Lack nimmt dem Holzfußboden die natürliche Haptik und Erscheinung. Da das Holz unter der Lackschicht weiterarbeitet, können im Laufe der Zeit Risse entstehen. Im Gegensatz zu Öl- und Wachsveredelungen können solche Schäden dann nicht partiell beseitigt werden und eine Renovierung des kompletten Fußbodens wird nötig.

03 Fußbodenlacktypen

Der perfekte Lack für einen traumhaften Fußboden

Im Wesentlichen funktioniert die Lackierung auf physikalischem Weg durch Verdunstung, gefolgt von einer chemischen Reaktion, die die abschließende Härte und Beschaffenheit der Lackschicht ausmacht. Bei den sogenannten Ein-Komponenten-Lacken enthält der Lack bereits den Härter. Diese Lacke sind besonders einfach in der Anwendung.

Bei Zwei-Komponenten-Lacken verläuft die Härtung so schnell, dass der Härter erst bei der Anwendung mit dem Lack vermischt wird. Die längere Trockenzeit führt hierbei zu einer besonders widerstandsfähigen Lackschicht. Für zusätzliche Ansprüche sind Drei-Komponenten-Lacke erhältlich. Diese bieten zum Beispiel einen UVA-Schutz an, der helles Parkett vor dem Vergilben oder Nachdunkeln durch intensive Sonneneinstrahlung schützt. Lacke mit Kunstharzen steuern zusätzlich eine rutschhemmende Wirkung bei. Wir helfen Ihnen dabei, den perfekten Fußbodenlacktyp für Ihr Parkett zu finden.

Wasserlacke:

Diese Lacke sind heute die gängigste Form bei Bodenlacken. Kein Wunder, sind sie doch die vielseitigsten Lacke, wenn es um die Veredelung von Holzfußböden geht. Wasserlacke sind dabei besonders schadstoffarm: Ein Wasseranteil von mehr als 50% und ein sehr geringer Lösungsmittelanteil von nur 15% bieten für Wohnräume die beste Lösung. Wasserlacke sind in Ein-oder Zwei-Komponenten-Form erhältlich. Sie bieten außerdem die größte Auswahl an Glanzstufen von Ultramatt bis hochglänzend.

Polyurethan-Lacke:

Diese Bodenlacke – auch PUR- oder DD-Lacke genannt – sind als Ein- oder Zwei-Komponenten-Lacke erhältlich. Sie enthalten ebenfalls einen sehr hohen Anteil an Lösungsmitteln. Deshalb kann es bei der Aushärtung zu einem unangenehmen Geruch kommen, der sich erst nach längerer Zeit (etwa 6 bis 8 Wochen) verflüchtigt. Im Gegensatz zu Öl-Kunstharzen treten nach der Aushärtung aber keine Schadstoffe mehr aus. Die Lackschicht gilt als besonders robust und ist sogar gegenüber Chemikalien resistent. Aus diesem Grund nutzt man Polyurethan-Lacke vorwiegend für Fußböden im gewerblichen Bereich

Öl-Kunstharz-Lacke:

Diese Lacke haben eine Ölbasis aus Lein- oder Rapsöl. Die besonders kleinen Ölteilchen dringen sehr tief in das Holz ein und garantieren so einen hohen Schutz. Das verstärkt außerdem deutlich die Farbe des Holzes. Der hohe Lösungsmittelanteil führte aber dazu, dass diese Lacke in Deutschland mittlerweile nicht mehr zugelassen sind. Wasserlacke bilden hier eine gute Alternative.

Säurehärtender Lack:

Bei diesem Lack löst ein säurehaltiges Lösungsmittel den chemischen Härtungsprozess aus. Das führt zu einer besonders starken Lackschicht. Da diese Lackart aber das gesundheitsschädliche Formaldehyd dauerhaft ausgast, findet säurehärtender Lack nur noch in Ausnahmen und ausschließlich im Gewerbebereich Anwendung.

Parkett veredeln – Die richtige Methode finden

Erst mit der richtigen Parkettveredelung kommt der Charakter eines Parkettbodens perfekt zur Geltung. Während die Oberflächenbehandlung mit Lack, Öl oder Wachs der Versiegelung und damit der Robustheit sowie der leichteren Pflege des Bodens dient, ist die Veredelung von Parkett eine rein optische Maßnahme. Für die Robustheit und Alltagstauglichkeit des Holzfußbodens spielt diese Behandlung in der Regel keine Rolle. Einige Methoden der Parkettveredelung, wie etwa das Bürsten oder Hobeln, tragen allerdings dazu bei, dass Flecken und Kratzer im Parkett nicht so schnell ins Auge fallen. Es ist daher mitunter sinnvoll, sich auch bei der Wahl der Parkettveredelung an der späteren Beanspruchung des Bodens zu orientieren.

Wer sich nach Parkett umsieht, stößt bei der Beschreibung der Oberflächen auf Begriffe, deren Bedeutung man als Laie unter Umständen nicht kennt. Es gibt gebürstetes, geschropptes, gehobeltes, gelaugtes, gekalktes und sogar geräuchertes Parkett. Hinter all diesen Begriffen verbergen sich unterschiedliche Methoden der Parkettveredelung. Hier finden Sie einen Überblick.

Der Klassiker – gebürstetes Parkett

Wie der Name verrät, wird bei dieser Methode das Parkett mit einer Bürste veredelt. Ziel ist es, weichere Holzteile mit Bürstenstrichen in Faserrichtung zu entfernen. Dadurch werden die harten Anteile des Holzes wie Jahresringe oder die Maserung hervorgehoben. Der individuelle Charakter des jeweiligen Holzes kann so perfekt zu Tage treten. Die Stärke der Bürstung bestimmt darüber, wie deutlich die Kontraste etwa zwischen den Jahresringen und den dazwischenliegenden Holzanteilen sind. Häufig ist daher auch von einem strukturiertem Parkett oder stark strukturiertem (bzw. stark gebürstetem) Parkett die Rede. Mitunter finden sich auch Adjektive wie wild, um zu betonen, dass besonders kräftig gebürstet wurde. Es entsteht eine Art 3-D-Effekt, der ein angenehmes Laufgefühl und eine Haptik erzeugt, die dazu animiert, immer wieder mit der Hand über den Boden fahren zu wollen.

Profi-Tipp: Gebürstetes Parkett hat die schöne Eigenschaft, kleinere Kratzer und leichte Verschmutzungen gut zu kaschieren. Es ist daher gut geeignet für viel genutzte Wohnräume, Büros oder Ladengeschäfte.

Geschropptes Parkett

Der Begriff „geschroppt“ bezieht sich auf das Schropphobeleisen, das bei dieser Methode zum Einsatz kommt. Alternativ wird daher hier auch von gehobeltem Parkett gesprochen. Ähnlich wie beim Bürsten kann auch beim Hobeln entweder fein oder grob gearbeitet werden. Die unregelmäßigen Strukturen des Holzes kommen bestens zur Geltung, der Boden wirkt individuell und erhält eine fast schon antik zu nennende Optik. Häufig sprechen die Hersteller auch von Relief gehobeltem Parkett. Dabei kommt dann meist neben dem Hobel auch die Bürste zum Einsatz, gelegentlich wird das Holz sogar angesägt, um einen besonders authentischen Effekt zu erzielen.

Parkettveredelung mit Kalk

Manche Holzarten – wie etwa die Eiche – besitzen besonders große Poren. Werden diese mit Farbpigmenten gefüllt, lässt sich der Kontrast zwischen den weichen Holzanteilen und der (harten) Maserung auf besonders edle Weise hervorheben. Beim gekalktem Parkett wird in der Regel weißer Kalk eingesetzt, der mit Wachs vermischt auf das Holz gestrichen wird. Anschließend wird die überschüssige Kalk-Wachs-Mischung abgezogen. Das Parkett hellt auf, zugleich tritt die Struktur des Holzes klar hervor. Je nach Region wird die Methode mal als Kälken, mal als Kalken beschrieben.

Profi-Tipp: Das beliebte Eichen-Parkett, weiß gekalkt, eignet sich vor allem für Wohnräume, in denen es eine freundliche und zugleich behagliche Atmosphäre entfaltet. Für den sogenannten Lava-Effekt wird der Kalk häufig schwarz oder weiß gefärbt und dann unregelmäßig verteilt, sodass der Eindruck von Lavaflüssen entsteht.

Gelaugtes Parkett

Hellere Hölzer – wie Ahorn, Fichte, Buche oder Esche – neigen unter der Einwirkung von UV-Licht zu Verfärbungen. Sie dunkeln dann nach und wirken vergilbt. Die Behandlung mit ätzender Natronlauge stoppt diesen Prozess, indem es die Poren zusammenzieht. Da bei den harten Holzanteilen dieser Effekt geringer ausfällt als bei den weichen, wird auch beim Laugen die Maserung betont.

Geflammtes, geräuchertes oder wärmebehandeltes Parkett

Bei diesen Methoden handelt es nicht nur um reine Parkettveredelungen. Sie werden auch eingesetzt, um die technischen Eigenschaften des Holzes zu ändern. So wird das Holz durch das Räuchern etwa geschmeidiger und widerstandsfähiger gegenüber Pilzen und Insekten. Auch die Wärmebehandlung dient dazu, das Holz robuster zu machen. Ein „Nebeneffekt“ wird dabei gerne in Kauf genommen: das Holz wird wesentlich dunkler und wirkt so auch edler.

Haben Sie Fragen zu verschiedenen Parkettlacken oder Bodenölen? Gerne können Sie uns ansprechen. Wir helfen Ihnen bei der Auswahl der richtigen Lacke und beraten Sie zu allen Fragen rund um Parkett, Laminat oder Dielen.

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