Lackiertes Parkett – welcher Lack ist der richtige?

01 Langzeitwirkung

Parkett geölt oder lackiert – eine wichtige Entscheidung mit Langzeitwirkung

Ob der Fußboden geölt, gewachst oder lackiert werden soll, ist eine nicht zu vernachlässigende Entscheidung. Geöltes Parkett besticht durch ein natürliches und warmes Aussehen. Gewachstes Parkett begeistert zusätzlich durch eine widerstandsfähigere Oberfläche. Lackierte Holzböden hingegen punkten mit einer langfristigen Versiegelung der Oberfläche und verleihen dem Fußboden den richtigen Glanz.

Gerade bei Fußböden mit hoher Beanspruchung, leistet eine Versiegelung mit Lack beste Dienste. Im Gegensatz zu geölten Fußböden ist hier der Abrieb deutlich geringer. Durch die vollständige Versiegelung der Oberfläche haben Schmutz, Flüssigkeit und Flecken praktisch keine Chance mehr. Auch in der Reinigung und Pflege macht lackiertes Parkett viel her: Bereits simples Fegen oder Saugen reichen oft aus.

Natürlich hat eine Lackierung aber auch Nachteile: Holzfußböden haben die Eigenschaft, das Raumklima positiv zu beeinflussen. Die vollständige Beschichtung mit Lack schaltet diese Funktion aber nahezu aus. Der Lack nimmt dem Boden außerdem die natürliche Haptik und Erscheinung. Da das Holz unter der Lackschicht weiterarbeitet, können im Laufe der Zeit Risse entstehen. Im Gegensatz zu Öl- und Wachsveredelungen können solche Schäden dann nicht partiell beseitigt werden. Hier wird eine Renovierung des kompletten Fußbodens nötig.

02 Fußbodenlack

Fußbodenlack – der Alleskönner

Ungeachtet dieser Nachteile ist lackiertes Parkett die kostengünstigste Variante der Oberflächenbehandlung von Parkett. Im Vergleich zu einer Beschichtung mit Wachs oder Öl ist eine Lackierung besonders robust und pflegeleicht. So spart man langfristig bares Geld. Die Auswahl an Speziallacken mit UV-Schutz oder rutschhemmenden Eigenschaften lässt zudem keine Wünsche in punkto Fußbodenveredelung offen.

Im Wesentlichen funktioniert die Lackierung auf physikalischem Weg durch Verdunstung, gefolgt von einer chemischen Reaktion, die die abschließende Härte und Beschaffenheit der Lackschicht ausmacht. Bei den sogenannten Ein-Komponenten-Lacken enthält der Lack bereits den Härter. Diese Lacke sind besonders einfach in der Anwendung.

Bei Zwei-Komponenten-Lacken verläuft die Härtung so schnell, dass der Härter erst bei der Anwendung mit dem Lack vermischt wird. Die längere Trockenzeit führt hierbei zu einer besonders widerstandsfähigen Lackschicht. Für zusätzliche Ansprüche sind Drei-Komponenten-Lacke erhältlich. Diese bieten zum Beispiel einen UVA-Schutz an, der helles Parkett vor dem Vergilben oder Nachdunkeln durch intensive Sonneneinstrahlung schützt. Lacke mit Kunstharzen steuern zusätzlich eine rutschhemmende Wirkung bei. 

Der perfekte Lack für einen traumhaften Fußboden

03 Fußbodenlacktypen

Der perfekte Lack für einen traumhaften Fußboden

Wasserlacke:
Diese Lacke sind heute die gängigste Form bei Bodenlacken. Kein Wunder, sind sie doch die vielseitigsten Lacke, wenn es um die Veredelung von Holzfußböden geht. Wasserlacke sind dabei besonders schadstoffarm: Ein Wasseranteil von mehr als 50% und ein sehr geringer Lösungsmittelanteil von nur 15% bieten für Wohnräume die beste Lösung. Wasserlacke sind in Ein-oder Zwei-Komponenten-Form erhältlich. Sie bieten außerdem die größte Auswahl an Glanzstufen von Ultramatt bis hochglänzend.

Öl-Kunstharz-Lacke:
Diese Lacke haben eine Ölbasis aus Lein- oder Rapsöl. Die besonders kleinen Ölteilchen dringen sehr tief in das Holz ein und garantieren so einen hohen Schutz. Das verstärkt außerdem deutlich die Farbe des Holzes. Der hohe Lösungsmittelanteil führte aber dazu, dass diese Lacke in Deutschland mittlerweile nicht mehr zugelassen sind. Wasserlacke bilden hier eine gute Alternative.
Polyurethan-Lacke:
Diese Bodenlacke – auch PUR- oder DD-Lacke genannt – sind als Ein- oder Zwei-Komponenten-Lacke erhältlich. Sie enthalten ebenfalls einen sehr hohen Anteil an Lösungsmitteln. Deshalb kann es bei der Aushärtung zu einem unangenehmen Geruch kommen, der sich erst nach längerer Zeit (etwa 6 bis 8 Wochen) verflüchtigt. Im Gegensatz zu Öl-Kunstharzen treten nach der Aushärtung aber keine Schadstoffe mehr aus. Die Lackschicht gilt als besonders robust und ist

sogar gegenüber Chemikalien resistent. Aus diesem Grund nutzt man Polyurethan-Lacke vorwiegend für Fußböden im gewerblichen Bereich.

Säurehärtender Lack:
Bei diesem Lack löst ein säurehaltiges Lösungsmittel den chemischen Härtungsprozess aus. Das führt zu einer besonders starken Lackschicht. Da diese Lackart aber das gesundheitsschädliche Formaldehyd dauerhaft ausgast, findet säurehärtender Lack nur noch in Ausnahmen und ausschließlich im Gewerbebereich Anwendung.

Fazit


Der Wechsel hin zu schadstoffarmen Wasserlacken und einer großen Auswahl an Zusatzkomponenten sind erst der Anfang in Sachen Bodenlack. Mittlerweile gibt es Lacke zu kaufen, die die positiven Versiegelungseigenschaften des klassischen Lacks beibehalten, in der Optik aber einem geölten Parkett nahekommen. So kann Widerstandsfähigkeit mit einem natürlichen Aussehen kombiniert werden. Auch bei den Parkettölen wird aufgerüstet. Hier sollen die pflegenden Komponenten um die härtenden Eigenschaften des Lacks erweitern werden, ohne das Holz vollständig zu versiegeln.

Haben Sie Fragen zu verschiedenen Parkettlacken oder Bodenölen? Gerne können Sie uns ansprechen. Wir helfen Ihnen bei der Auswahl der richtigen Lacke und beraten Sie zu allen Fragen rund um Parkett, Laminat oder Dielen.

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