Heimische Parketthölzer

Der Trend hin zu heimischen Parketthölzern ist nach wie vor ungebrochen. Vordergründig steckt hinter dem Siegeszug von Buche, Eiche, Bernsteinrobinie, Esche und Co. das Bedürfnis, nachhaltig zu wirtschaften. Die Wahl heimischer Parketthölzer hilft jedoch nicht nur der Umwelt, die Hölzer überzeugen auch durch ihre Robustheit und Wandelbarkeit sowie nicht zuletzt durch die optische Vielfalt, die sie bieten.

Mit der Wahl heimischer Parketthölzer schützen Sie Klima und Artenvielfalt

Holz ist zwar ein natürlich nachwachsender Rohstoff, dennoch sollten Verbraucher, denen Nachhaltigkeit und ein verantwortliches Verhalten auch beim Konsum wichtig ist, stets genau nachfragen, woher das Holz fürs Parkett stammt. Nur eine nachhaltige Forstwirtschaft garantiert, dass der Wald in seinem Bestand trotz Entnahme von Hölzern erhalten bleibt. Das sichert zugleich die Artenvielfalt, da Wälder stets Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen sind. Die gemeinnützige Organisation Forest Stewardship Council zertifiziert nachhaltig gewonnene Hölzer mit dem FSC-Siegel. Das Ökosystem in den Wäldern, aus denen ein solch zertifiziertes Holz stammt, muss dabei stets intakt bleiben. FSC-Forstbetriebe verpflichten sich, fair zu ihren Arbeitnehmern und zu Anwohnern zu sein und in ihren Wäldern die Biodiversität zu schützen. Eine Alternative zum FSC-Siegel ist das PEFC-Siegel, für das jedoch bei der Vergabe niedrigere Ansprüche gestellt werden. Exotische Holzarten ohne eines dieser beiden Siegel sind stets kritisch zu beurteilen. Sie stammen meist aus Raubbauten oder zumindest aus unsicheren Quellen. Doch selbst wenn Tropenhölzer (neben den bekannten Hölzern wie Teak, Wenige oder Merbau werden auch solche mit exotischeren Namen wie Bankirai, Cumaru, Guajuviara oder Massaranduba angeboten) mit einem Ökolabel für sich werben können, haben sie immer noch weite Weg hinter sich und damit entsprechend schlechte „Carbon-Footprint“-Werte, da die langen Transportstrecken hohe CO2-Emissionen verursachen. Das gilt übrigens auch für Parketthölzer aus Arten, die zwar bei uns vorkommen, aber eben auch in Kanada (Ahorn), Sibirien (Lärche) oder Rumänien (Eiche, Robinie) wachsen. Auch bei der Wahl heimischer Parkett-Holzarten sollten Sie daher nachfragen, woher genau das Holz für ihr Parkett stammt. Die Ökobilanz fällt bei der Wahl möglichst regionaler Produkte regelmäßig am günstigsten aus.

Die wunderbare Vielfalt heimischer Parketthölzer

Eichenparkett

Den besten Ruf unter den heimischen Parkettholzarten genießt sicherlich die Eiche. Das Holz weist eine solide Brinellhärte von 34 N/mm2, als Holzpflaster sogar von erstaunlichen 66 N/mm2 auf. Zum Vergleich: der Härtegrad von weichen Hölzern wie Erle und Fichte liegt bei 12 N/mm2, Tropenhölzer wie Wenge und Merbau bringen es auf 40 N/mm2, Teak aus Burma sogar auf 50 N/mm2, afrikanisches Teak dagegen nur auf 30 N/mm2. In Sachen Robustheit und Langlebigkeit hält die heimische Eiche also gut mit Tropenhölzern mit. Das Kernholz gilt zudem als besonders verrottungsresistent, daher lässt sich Eiche nahezu überall im Haus einsetzen. Gerade in viel genutzten Räumen wie Fluren, Wohn- und Esszimmer, als Landhausdiele oder verlegt im Schiffsboden- oder Fischgrätmuster spielt Eiche seine ganze Klasse aus. Wer die dunklen Töne exotischer Parketthölzer dabei nicht missen möchte, greift zur Räuchereiche. Durch die Räucherung können honigbraune bis tiefschwarze Färbungen erzielt werden.

Ahornparkett

Ahorn-Parkett begeistert vor allem Liebhaber natürlicher heller Farbgebung (gleichwohl eignet sich auch das Holz des Ahorns sehr gut dazu, es dunkel zu räuchern). Mit einem Brinellwert von 30 N/mm2 zählt Ahorn zwar „nur“ zu den mittelharten Hölzern, erweist sich als Parkettholz dennoch als besonders langlebig, da es robust und widerstandsfähig auf Abnutzung reagiert. Das gilt insbesondere für den kanadischen Ahorn, der sich mit einer Brinellhärte von 35 N/mm2 auch für stark genutzte Wohn- und Geschäftsräume empfiehlt. Dank kleiner Poren ist Ahornparkett zudem sehr leicht zu reinigen. Ein Nachteil von Ahorn besteht in seiner Witterungsempfindlichkeit, es kann daher nur in Innenbereichen eingesetzt werden.

Buchenparkett

Buche weist mit einem Wert von 40 N/mm2 den gleichen Härtegrad wie Eiche auf und bietet sich daher für alle Einsatzbereiche, in der womöglich zuerst an Eiche gedacht wurde, als schöne Alternative an. Der natürliche Farbton der Buche ist etwas gelblich, verfärbt sich durch Dämpfen jedoch meist rötlichbraun. Das Erscheinungsbild von Buchenparkett reicht je nach Sortierung von gleichmäßig (modern) bis robust (traditionell).

Nussbaumparkett

Traditionell wurde Nussbaum früher vornehmlich zur Möbelherstellung verwendet. Die elegante Maserung und die warmen Brauntöne eignen sich jedoch ebenso hervorragend zur Nutzung als heimisches Parkettholz. Unsortiertes Nussbaumparkett gefällt durch seinen Formen- und Farbreichtum, der sich den vielen Ästen und Adern des Baumes verdankt. Auf dem Markt finden sich mittlerweile aber auch ruhige, harmonische Sortierungen des mit 32 N/mm2 mittelharten Holzes (amerikanisches Nussbaumholz ist jedoch meist weicher).

Parkett aus Obsthölzern wie Kirsche oder Birne

Der europäische Kirschbaum zählt mit seinem Brinellwert von 45 N/mm2 zu den härtesten heimischen Parketthölzern und kann entsprechend auch in viel genutzten Räumen verlegt werden. Sein rötlichbrauner Holzton wirkt stets edel, die ruhige Maserung verstärkt den Eindruck gelassener Eleganz, die diese Holzart ausstrahlt. In Sachen Exquisität steht auch die heimische Birne der Kirsche in nichts nach. Der anfängliche hellbraune Farbton des Birnenparketts dunkelt mit der Zeit leicht nach und nimmt allmählich den Farbton von Bernstein an. Edler geht es im Grunde kaum!

Eschenholzparkett

Eschenholz (38 N/mm2 ) ist zwar härter als Eiche, lässt sich jedoch nur schwer imprägnieren. Während sich imprägnierte Eiche auch wunderbar in Küche oder Bad verlegen lässt, muss die Esche in solchen Räumen leider außen vor bleiben. Das ist dann aber auch schon die einzige Einschränkung, die bei Esche als heimisches Parkettholz gemacht werden muss. Aufgrund seiner Robustheit, Elastizität und seiner immer ausdrucksstarken Struktur kann es in allen Räumen sorglos verlegt werden und wirkt besonders als Landhausdiele wohnlich und behaglich. Gerne beantworten wir Ihnen weitere Fragen zum Thema heimische Parkettholzarten. Selbstverständlich verlegen wir auch gerne für Sie Laminat oder Parkett – und richten uns dabei ganz nach Ihren Wünschen!

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