Der richtige Bodenbelag für den Außenbereich

Ihr Zuhause hört nicht an den Außenwänden auf. Auch Terrassen, Balkone, Gartenpavillons oder offene Windfänge gehören dazu und lassen sich mit dem passenden Bodenbelag aufwerten. Doch Bodenbeläge im Außenbereich müssen speziellen Anforderungen gerecht werden. Worauf Sie bei der Auswahl des richtigen Bodenbelags für Außenbereiche achten sollten, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Das richtige Fußbodenmaterial für Balkon, Terrasse und Co.

Zu den beliebtesten Bodenbelägen für Außenbereiche gehören Keramik- oder Natursteinfliesen, Beton und Holz. Wichtig ist dabei, dass er Boden witterungsbeständig ist, Frost standhalten kann, bei Nässe nicht zur Rutschgefahr wird und den richtigen Unterbau erhält, der Staunässe verhindert.

Zudem ist die Auswahl des richtigen Bodenbelags auch immer eine Frage des persönlichen Stils. Betonböden wirken oft kühl und minimalistisch. Sie passen zu einem urbanen und industriellen Wohnumfeld und lassen sich bspw. durch Rattanmöbel ergänzen. Holz sorgt für einen warmen, natürlichen Ausdruck und bringt Wärme und Wohnlichkeit auch in den Außenbereich. Natursteinfliesen bieten die Möglichkeit für individuelle Muster und haben oft eine wohlige, mediterrane Ausstrahlung. Der Bodenbelag sollte vor allem zur Architektur des Hauses passen. Hier lassen sich bewusst Akzente setzen, die den Stil Ihres Heims nach außen weitertragen oder spannende Kontraste setzen.

Holzböden für Außenbereiche

Holzböden erfreuen sich auch im Außenbereich großer Beliebtheit. Dabei kommen vorwiegend Hölzer zum Einsatz, die eine hohe natürliche Widerstandsfähigkeit mitbringen. Neben einheimischen Holzarten wie Eiche oder kesseldruckimpregnierte Nadelhölzer trifft das auch auf viele Tropenhölzer zu. Auch mittels einer Thermobehandlung lassen sich verschiedene Hölzer widerstandsfähiger gegen Witterungseinflüsse machen.

Holzdielen lassen sich vergleichsweise einfach verlegen. In der Regel werden sie einfach auf einem Holzrahmen verschraubt, der auf dem Unterboden aufliegt oder über dem Fundament aufgeständert wird. Dabei sollten Sie darauf achten, dass dort, wo zukünftig schwerer Objekte wie große Blumenkübel stehen sollen, zusätzliche Verstärkungen angebracht werden. Für kleine Flächen eignen sich auch Holzfliesen, die mittels einen Klicksystems ineinander gesteckt werden und so in kurzer Zeit fertig verlegt sind.

Die weiteren Vorteile von Holzböden im Außenbereich sind ihre natürliche und warme Ausstrahlung sowie die angenehme Haptik. Außerdem wird Holz auch bei hohem Temperaturen nicht warm, sodass nicht nur Sie auch im Hochsommer barfuß draußen herumlaufen können. Auch Ihre Haustiere sind pfotenschonend unterwegs.

Jedoch sind Holzböden im Außenbereich nicht ganz ohne Nachteile. Auch bei imprägnierten Hölzern ist eine regelmäßige Pflege wichtig. Das Holz sollte gereinigt und geölt werden. Auch Abschleifen und erneutes Versiegeln sind hin und wieder erforderlich, um die Verletzungsgefahr durch Splitter zu umgehen. Zudem ist nasses Holz, wenn die Oberfläche nicht geriffelt ist, nicht sehr rutschfest.

Böden aus Fliesen, Naturstein oder Beton im Außenbereich

Die klassische Alternative zur Holzterrasse sind Außenbereiche mit Outdoor-Fliesen, Naturstein oder Betonplatten. Vor allem Natursteine sind dank ihrer natürlichen und zeitlosen Optik im Außenbereich sehr beliebt. Zudem sind sie sehr widerstandsfähig, rutschfest und wartungsarm. Allerdings ist die Verlegung von Natursteinböden vergleichsweise aufwändig. Dies erfordert oft die Hilfe eines Fachmannes, der alle Arbeiten rund um Fundament, Drainage, Unterbau und Fixierung professionell vornehmen kann. Zudem sind Natursteine sehr schwer. Daher muss vorher die Statik von Balkonen und Terrassen genau geprüft werden.

Ein weiteres Problem, das bei allen Plattenbelägen auftritt, ist Wasser, das durch feinste Poren und Risse eindringt, bei Temperaturschwankungen zu Spannungen im Material führen kann und so Frostschäden hervorrufen kann. Bei Naturstein und Beton empfiehlt sich hier die Verlegung loser Platten, damit das Wasser vollständig abtrocknen kann. Auch keramische Fliesen können auf Trägerelementen lose verlegt werden. Dabei kommt üblicherweise ein Unterbau aus Kies oder Mörtel zum Einsatz. Mit einem Drainagesystem lässt sich für eine sichere Ableitung des Wasser sorgen.

Das komplizierte Verlegeverfahren von Steinböden macht deutlich, dass diese nicht auf bestehende Böden im Außenbereich verlegt werden können, wie es bei Holzböden der Fall ist. Der vorhandene Boden muss vollständig ersetzt werden.

WPC als Bodenbelag im Außenbereich

WPC steht für Wood Plastic Composite und ist eine Mischung aus Kunststoff und Holzfasern. Das Material wird mittels Extrusion hergestellt. Dabei werden feste bis zähflüssige Massen unter hoher Temperatur und hohem Druck durch eine formgebende Öffnung gepresst und so zu Dielen geformt. Die WPC-Dielen ähneln dann in ihrer Optik und Haptik sehr den Echtholzdielen. Allerdings sind sie im Vergleich zu Echtholz weniger anfällig für Aufquellen, Schwinden und Feuchtigkeit. WPC bietet eine große Auswahl an Farbvarianten, ist sehr pflegeleicht und lange haltbar.

Allerdings sind WPC-Dielen ohne weitere Verstärkung weniger bruchfest als Holzdielen, sodass bereits vor dem Verlegen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden müssen. Zudem haben sie durch ihren Kunststoffanteil von 30 – 40 % einen vergleichsweise hohen Energie- und Rohstoffverbrauch. Ein weiteres Manko: WPC-Dielen werden bei direkter Sonneneinstrahlung sehr heiß und heizen dadurch schneller auf als Steinböden.

Auch der Aufwand ist entscheidend

Neben dem persönlichen Geschmack und dem Stil der Umgebung entscheidet auch der Aufwand über die Wahl des richtigen Bodenbelags im Außenbereich. Am einfachsten lassen sich Böden aus Holz oder WPC verlegen, wohingegen Fliesen, Beton und Naturstein sehr aufwändig sind. Ein höherer Arbeitsaufwand bringt auch höhere Kosten mit sich, da gerade beim Anlegen von Fundament, Drainage und Unterbau ein Fachmann gefragt ist.

Wer mit vergleichsweise wenigen Handgriffen und kleinem Budget seinem Außenbereich eine frische Optik verpassen will, ist mit Holz- und WPC-Dielen gut beraten. Besitzer eines Eigenheims oder Häuslebauer, die vollkommen freie Hand haben, können Bodenbeläge aus Naturstein, Fliesen oder Beton gleich bei der Planungsphase berücksichtigen und ersparen sich so nachträglich größere Umbauten.